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Rendsburg Fahrradwerkstatt für Flüchtlinge in Brux
Lokales Rendsburg Fahrradwerkstatt für Flüchtlinge in Brux
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06:18 30.07.2018
Von Sven Janssen
Jihad Paadoush (35, links) und Achmed Abed (28) probieren die neue Fahrradwerkstatt auf der Festwiese in Brux gleich aus. Quelle: Sven Janssen
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Westensee

„Brux ist ein Ort, an dem man sich erholen kann und in dem man gut leben kann - wenn man beweglich ist. Die 34 Flüchtlinge, die im Falkenhof leben, sind das nicht“, machte Axel Barre, Vorsitzender des Freundeskreises deutlich.

Fahrräder bedeuten für Flüchtling Mobilität

Der nächste Ort zum Einkaufen, ein Arzt, der Deutschkursus oder der Bahnhof seien kilometerweit entfernt, der Personennahverkehr praktisch nicht vorhanden, und auch der vom Amt eingesetzte VW-Bus könne das nicht auffangen. Einzig Fahrräder scheinen eine einfache Möglichkeit, die nötige Mobilität herzustellen. Doch solche Räder müssen auch gepflegt und repariert werden. Dafür wurde in Brux mit Fördermitteln des Landes die Fahrradwerkstatt aufgebaut.

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Das letzte Projekt für Mr. Klaus

Einer der Motoren für dieses Projekt war Klaus Neumann. Es wird sein letztes sein, denn gemeinsam mit seiner Familie wird Neumann in zwei Wochen nach Schönberg umziehen. „Es ist ein schmerzhafter Abschied, weil wir sowohl in Westensee, als auch bei den Flüchtlingen viele Freunde gefunden haben.“ Mr. Klaus nennen die Flüchtlinge den 78-Jährigen respektvoll. Andere sagen Herr Klaus oder Opa zu dem Mann, der gemeinsam mit seiner Frau Ursula die Unterkunft Falkenhof fast im Alleingang betreut hat, Neuankömmlinge begrüßte, sie zum BAMF oder zum Jobcenter begleitete oder Lebensmittel von den Tafeln verteilte.

„Vor zwei Jahren haben wir die Patenschaft für die 15-jährige Luwan aus Eritrea übernommen, die ohne Eltern hier ankam“, sagte die 72-Jährige. Für ihren Mann ist die Flüchtlingsarbeit längst zu einem Vollzeitjob geworden – alles ehrenamtlich, versteht sich. „Ich gehe mit gemischten Gefühlen“, sagte Neumann. 2015 hatten sich noch rund 50 Helfer gefunden, die sich engagieren wollen, in Brux sind davon diese zwei übrig geblieben.

Hoffen auf weitere freiwillige Helfer

„Wir sind ratlos, wie wir die Lücke füllen können“, sagte Barre. Er hoffe, dass sich jetzt viele Menschen melden würde, die sich engagieren möchten. Für die herausragenden Leistungen bekam das Ehepaar Neumann vom Bürgermeister eine Ehrennadel der Gemeinde, Klaus Neumann sogar die Auszeichnung mit Eichenlaub, die bislang nur Feuerwehrleuten verliehen wurde, die seit 40 Jahren Dienst tun.

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