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Rendsburg Felde verzichtet auf hohe Rendite
Lokales Rendsburg Felde verzichtet auf hohe Rendite
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07:00 27.02.2019
Von Florian Sötje
Die Hansewerk AG, Mutterkonzern der SH Netz AG, gibt den Kommunen bei dem Beteiligungsangebot eine Kapitalgarantie. Quelle: dpa/Boris Roessler
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Felde

Das im Finanzausschuss vorbereitete Angebot für die Gemeinde hätte vorgesehen, dass Felde 370 Anteile an der SH Netz AG im Wert von 1,78 Millionen Euro erwirbt. Zur Finanzierung sollte zum 1. April ein Kredit in gleicher Höhe mit einer Laufzeit von zwei Jahren aufgenommen werden.

Hansewerk AG gibt Kapitalgarantie für das Beteiligungsangebot der Kommunen

Die Hansewerk AG, Mutterkonzern der SH Netz AG, gibt den Kommunen bei dieser Anlage eine Kapitalgarantie. Bei der aktuellen Garantieausschüttung hätte Felde eine jährliche Rendite von etwa 56.000 Euro gewunken – abzüglich der Zinsen und der Finanzierung des Darlehens nach zwei Jahren knapp 110.000 Euro.

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Der Vorteil für die SH Netz AG: Sie sichert sich auf diesem Weg Wegenutzungsrechte für Strom und Gas in den Gemeinden. Das Beteiligungsangebot ist im Vorfeld von Innenministerium, Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt geprüft worden.

Mehrheit hatte Bedenken wegen Kreditfinanzierung und Ausfallrisiko

Doch die Mehrheit der Gemeindevertreter in Felde hatte Bedenken aufgrund der kreditbasierten Finanzierung und des minimalen Restrisikos. Das Restrisiko sei gering, sagte Rolf Sebelin (BFF/CDU). Doch am Ende stimmten acht Gemeindevertreter gegen den Beschlussvorschlag, drei dafür.

Thema könnte nochmal aktuell werden

Sebelin war im Anschluss „sehr erstaunt“ über das Abstimmungsverhalten. „Ich bin noch nicht durch mit dem Thema. Dafür ist es zu wichtig“, sagte Sebelin. Er möchte im März eine außerordentliche Gemeindevertretersitzung zum Thema einberufen. Gleiches gilt für Andreas Kreft (Grüne), Vorsitzender im Finanzausschuss, der bei der aktuellen Sitzung nicht anwesend war, den Beschluss aber vorbereitet hatte. „Ich bin komplett enttäuscht“, sagte Kreft. Besonders im Hinblick auf die künftigen Kosten für die Gemeinde sei einigen der Ernst der Lage wohl nicht bewusst.

Sven Tietgen 26.02.2019
Beate König 26.02.2019
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