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Rendsburg Ein neues Zuhause für die Wildbienen
Lokales Rendsburg Ein neues Zuhause für die Wildbienen
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16:12 18.07.2019
Von Sven Janssen
Ein Bienenhotel der Luxusklasse bauen die Kinder in der Ferienbetreuung am Haus der Jugend "Die Pfütze" in Flintbek. Quelle: Sven Janssen
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Flintbek

Auf dem Gelände beim Haus der Jugend "Die Pfütze" wird in der Ferienbetreuung geschraubt, gesägt und gehämmert. Die achtjährige Amanda sägt mit der Stichsäge den Giebel für das Bienenhotel zurecht. Marie, Taje und Tula stecken abgesägte Bambusstöckchen in eine große rostige Blechdose, und Ida bohrt Löcher in die dicken Buchen und Eichenstämme, die schon im Haus eingebaut sind.

Kinder lernen in Flintbek Werkzeuge kennen

„Ich habe vorher noch nie mit der Bohrmaschine gearbeitet“, sagt die neunjährige Ida. „Man muss genau darauf achten, dass man den Bohrer ganz gerade hält und nicht schräg, sonst bricht er ab.“ Das Projekt, ein Bienenhotel zu bauen, findet sie „cool“ und freut sich schon darauf, wenn die ersten Wildbienen in die knapp zehn Zentimeter tiefen Löcher einziehen.

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Bienenhotel will gut geplant sein

„Mit vier bis acht Millimetern Durchmesser haben die Löcher für Bienen gerade die richtige Größe“, sagt Erzieher Guy Freese, der die Idee zu dem Projekt hatte. Er zeigt den Kindern, wie sie richtig mit dem Werkzeug umgehen, und achtet auch auf die Details.

„Wir bohren die Stämme durch die Rinde an, damit keine Splitter entstehen, an denen sich die Bienen verletzen können.“ Nach dem Bohren blasen Lisa und Nele die vielen kleinen Unterschlüpfe mit Druckluft aus. „Alle Späne vom Bohren müssen raus“, erklärt Nele. Es ist quasi der Hausputz vor dem Einzug.

Insektenhotels helfen der Natur nicht

„Ursprünglich wollte ich mit den Kindern ein Insektenhotel bauen“, sagt Freese. So eines, wie man es von überall her kennt, schön gestaltet mit Hölzern, Tannenzapfen, Stroh, Bambus und Vielem mehr. Ein Zuhause für alle Insekten halt.

„Das ist aber gar nicht sinnvoll“, sagt er. „Ich habe anfangs viel gelesen und festgestellt, dass sich in Insektenhotels viele konkurrierende Arten ansiedeln, die sich gegenseitig die Brut wegfressen. „Das wollen wir natürlich nicht, und deshalb haben wir uns entschlossen, ein reines Bienenhotel zu bauen.“

Hinweisschild in Bienenform

Als Hinweis soll ein Schild in Form einer riesigen Biene auf das Haus. „Die ist natürlich für die Menschen, die hierherkommen“, sagt Freese. Eine Infotafel soll künftig zusätzlich darüber informieren, wie man ein Bienenhotel baut. Da Wildbienen bekanntlich nicht lesen können und andere Insekten sich wenig um Hinweisschilder scheren, muss anders dafür gesorgt werden, dass sich nur die gewünschten Bewohner ansiedeln. Denn schließlich sind Bienen wichtig für die Pflanzen in Gärten und auf Äckern.

Bauweise entscheidet über die Bewohner

„Die Bauweise und Größe der Unterschlüpfe ist entscheidend dafür, wer hier später einzieht“, erklärt der 48-Jährige. Ende der Woche soll das Bienenhotel fertig sein. „Ich bin schon gespannt, wann die ersten Bewohner einziehen“, sagt Tula.

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Hans-Jürgen Jensen 18.07.2019
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