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19:40 31.10.2013
Von Malte Kühl
Sie sind die Wärmerebellen (v. li.): Manfred Galler, Thomas Mädge, Uwe Schönemann, Thorsten Paulsen und Erik Rossol setzten sich in Schacht-Audorf für fairere Wärmepreise ein und hatten damit Erfolg. Quelle: Malte Kühl
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Schacht-Audorf

Der Versorger stellte eine neue Berechnungsformel vor und verspricht Nachlässe von bis zu 57 Prozent. Dies gelte zunächst jedoch nur für Schacht-Audorf. Im Nachbarort Osterrönfeld kämpfen die Kunden weiter.

Eon-Hanse-Wärme-Geschäftsführer Jörg Lampe war eigens ins Feuerwehrhaus nach Schacht-Audorf gekommen. Dort stellte er am Mittwochabend vor etwa 100 Fernwärme-Kunden eine neue Berechnungsformel vor. „Es war ein langer Weg, und dafür möchte ich mich grundsätzlich entschuldigen. Aber es war uns wichtig, dass wir alle Kritikpunkte abarbeiten“, sagte Lampe.

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Die Schacht-Audorfer sind mit dem neuen Angebot zufrieden. „Vor einer Woche haben wir noch nicht mit einer Einigung gerechnet“, sagte Fernwärmekunde Manfred Galler. So basiere der neue Arbeitspreis, der den Verbrauch widerspiegelt, auf dem Preis von Erdgas. Bisher sei Erdöl die Grundlage für die Berechnung gewesen. Die neue Formel sei transparenter und für sie nachvollziehbar, betonten die Fernwärmekunden.

Das Thema hatte die Bürger in den vergangenen Monaten aufgebracht; eine erste Infoveranstaltung im Frühjahr endete im Tumult. Besucher aus anderen Gemeinden wie Bad Bramstedt und Meldorf hatten sich den Vortrag angehört. Auch sie hoffen jetzt auf Preisnachlässe. Diese Hoffnungen trübte Lampe jedoch und sprach von einer „Lex Schacht-Audorf“, einer einmaligen Sonderregelung. Grund seien Versprechungen aus dem Jahr 2010, die nicht eingehalten wurden. In anderen Gemeinden seien die Voraussetzungen anders.

Auch bei einem weiteren Punkt lenkte die Eon Hanse Wärme ein. So werden die Heizkostenpreise auf das Jahr 2012 rückwirkend angewendet, was bei fast allen Haushalten zu einer Ersparnis führe. Lediglich vier Haushalte müssten mehr bezahlen, aber auf diese Beträge verzichte das Unternehmen, sagte Jörg Lampe.

Unter den Zuhörern war auch Thomas Mädge. Der Osterrönfelder Eon-Kunde hat das Unternehmen vor dem Rendsburger Amtsgericht verklagt. Mit Spannung erwartet er das Urteil am 15. November. „Wir haben jetzt ein Gegenangebot abgegeben und streben einen Vergleich an“, sagte Mädge.