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Rendsburg Feuerwehr rüstet sich für große Lagen
Lokales Rendsburg Feuerwehr rüstet sich für große Lagen
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06:00 12.04.2019
Von Sven Janssen
Foto: Daniel Peterßon und Sönke Körner zeigen die Feuerwehreinsatzzentrale in Kronshagen, die bereits komplett ausgestattet ist.
Daniel Peterßon und Sönke Körner zeigen die Feuerwehreinsatzzentrale in Kronshagen, die bereits komplett ausgestattet ist. Quelle: Sven Janssen
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Kronshagen

Diese sollen die die Integrierte Regionalleitstelle (IRLS) in Kiel entlasten. Dafür wollen die Wehren des Amtes Achterwehr mit der Freiwilligen Feuerwehr Kronshagen zusammenarbeiten und eine gemeinsame Afüst in Kronshagen einrichten.

Sturm "Christian" war der Ausgangspunkt

„Der Sturm Christian war der Ausgangspunkt für unsere Überlegungen“, sagte Kronshagens stellvertretender Feuerwehrchef Sönke Körner, der mit Amtswehrführer Carsten Knaack das gemeinsame Konzept am Dienstag im Amtsausschuss vorstellte. „Gegenüber einem normalen Tag sind beim Sturm über sechs mal so viele Anrufe in der Leitstelle Kiel eingegangen“, sagte er: Das waren 856 Telefonate, dazu kamen noch Meldungen über Funk. „Insgesamt mussten über 2000 Einsätze abgearbeitet werden. Das hat die IRLS an die Grenzen der Belastbarkeit gebracht.“ Im Schnitt waren zehn Anrufer gleichzeitig in der Leitung. Deshalb sei die Leitstelle für die Einsatzkräfte überwiegend nicht mehr erreichbar gewesen.

Aufgrund dieser Situation habe man das Konzept der Afüst entwickelt, um die Leitstelle zu entlasten. „Wenn es zu einer Ausnahmelage kommt, gibt die Leitstelle die Einsätze an die Afüst ab, die sie dann weiter bearbeitet“, so Körner. Ausnahmelagen seien Situationen vieler gleichzeitig auftretender, gleichartiger Schadenslagen, wie beispielsweise Sturmschäden in einem größeren Bereich. Viermal habe es das seit 2013 gegeben, sagte Körner zur Häufigkeit. „Einsätze, bei denen beispielsweise Menschenleben gefährdet sind, werden immer über die ILRS abgewickelt.“

Zusammenarbeit hilft Kosten sparen

Tritt eine Ausnahmelage ein, alarmiert die IRLS die Afüst, die dann in ihrem Bereich die Einsatzfahrzeuge führt. „Dafür müssen entsprechende Räumlichkeiten samt Ausrüstung bereitstehen, in denen der Führungsstab aus dem gesamten Gebiet zusammenkommt“, erklärte Körner. Neben Kommunikationsmitteln wie Telefon, Mobiltelefon, Faxgerät und Sprechfunk bedürfe es auch einer Notstromversorgung, Kartenmaterial, Rundfunkempfänger und vielem mehr. „Alleine die Einrichtung einer Notstromversorgung kostet soviel wie eine halbe Wohnung“, sagte Körner.

Dank einer Zusammenarbeit der Wehren könnte man sich diese Kosten sparen. Körner: „Wir in Kronshagen haben bereits eine Feuerwehreinsatzzentrale, die den Ansprüchen genügt.“ Lediglich zwei zusätzliche Module für die Einsatzsoftware müssten für 1000 Euro beschafft werden und würden jährlich 150 Euro kosten. Abgesehen davon, dass die Kronshagener Wehr Hilfeleistungswehr für das Amt Achterwehr ist, gibt es noch weitere Kooperationen. „Unsere Grundausbildung machen wir in Melsdorf“, sagte Körner. Feuerwehrleute aus dem Amt kämen nach Kronshagen zur Gefahrgutausbildung. „Feuerwehr kennt keine Gemeindegrenzen, die Zeiten von mein Feuer, dein Feuer sind vorbei.“

Der Amtsausschuss begrüßte die Idee und erteilte Amtsdirektor Joachim Brand den Auftrag, die Voraussetzungen zu schaffen und mit der Gemeinde Kronhagen eine Vereinbarung zu entwerfen. Über die müssen dann alle Gemeinden einzeln abstimmen, um den Weg für die gemeinsame Afüst frei zu machen.

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