Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Rendsburg Dreh für die richtige Reanimation
Lokales Rendsburg Dreh für die richtige Reanimation
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:05 25.08.2019
Von Florian Sötje
Filmemacher Moritz Boll (Mitte) und Initiator Torge Lück (Zweiter von rechts) beraten, wie sie den Kollaps im Fitnessstudio als Notfallszenario überzeugend darstellen. Kai Trachsel (rechts) mimt den Verunglückten. Quelle: Florian Sötje
Flintbek

Seit der Idee zum Projekt "Amt Flintbek ist herzsicher" vor drei Jahren schulte das Projektteam mit Unterstützung der örtlichen Politik und Wirtschaft knapp 800 Menschen im richtigen Umgang mit Defibrillator sowie Herzdruckmassage und stattete den Amtsbereich mit 14 öffentlich zugänglichen AED-Geräten aus.

Film soll noch mehr Menschen erreichen und zum Handeln im Notfall animieren

„Als wir angefangen haben, gab es in Einrichtungen schon einige Geräte. Die waren aber häufig verschlossen. Und der Herztod richtet sich nun mal nicht nach Öffnungszeiten“, sagte Lück, der als Notfallsanitäter arbeitet.

Damit noch mehr Menschen im Notfall wissen, was zu tun ist, wurde ein Flintbeker Fitnessstudio am Sonntag zum Drehort. Der Kieler Filmemacher Moritz Boll drehte mit seinem Team sowie einigen Komparsen und Laiendarstellern einen Notfall-Lehrfilm. Der Film soll über Facebook und Youtube verbreitet werden.

Idee zum Film entstand, weil es kein passendes Schulungsmaterial gab

„Als wir uns auf die Suche gemacht haben nach passenden Videos, haben wir festgestellt, dass es fachlich und qualitativ kein zufriedenstellendes Material gibt. Da ist uns die Idee für einen Film, den man den Menschen zeigen kann, gekommen“, sagte Mario Peters.

Filmemacher Moritz Boll suchte Balance aus Dramaturgie und Realität

Der 24-jährige Boll hatte beim Filmfest SH 2018 für seine Produktion „Abgetaucht“ den Kurzfilmpreis gewonnen. Boll wuchs in Flintbek auf, ging mit Lück zur Grundschule. So entstand der Kontakt. „Als Torge mir von dem Projekt erzählt hat, fand ich die Idee sofort klasse. Dafür bringe ich gerne meine filmische Erfahrung ein“, sagte Boll. Die Herausforderung für ihn sei, die richtige Balance zwischen Realität und Dramaturgie zu finden. „Wir wollen nichts verkürzen oder beschönigen und einen fachlich richtigen Film machen“, sagte Boll.

Fitnessstudio wurde zum Drehort

Den Drehort hatte Michaela Erlach zur Verfügung gestellt. Ein realer Herztod-Fall in ihrem Fitnessstudio hatte sie für das Thema sensibilisiert. Neben dem Studio entstanden auch in der Kieler Rettungsleitstelle einige Szenen für den Film, der im Oktober fertig sein soll und komplett mit Spenden finanziert wird.

Ein Film, "der zum Anpacken animiert", soll entstehen

Vier der im Amtsgebiet verteilten Defibrillatoren seien schon benutzt worden, zwei Menschen konnten ins Leben zurückgeholt werden. „Das ist unser bislang größter Erfolg“, sagte Lück, der eines hofft: dass ein Film entsteht, „der zum Anpacken animiert“.

Immer informiert: Lesen Sie alle Nachrichten aus Rendsburg.

Für das Projekt "Amt Flintbek ist herzsicher" entstand in einem Flintbeker Fitnessstudio ein Lehrfilm über die richtige Reanimation im Notfall.

„Wer den Verlust seiner EC-Karte bemerkt, der sollte die Karte sofort über die Telefonnummer 116116 sperren lassen“, sagt Michael Herte von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Zusätzlich sollte über die Polizei eine Sperre im sogenannten Kuno-System veranlasst werden.

Sven Janssen 25.08.2019

Nach der Havarie der „Kolberg“ in Landwehr wurde der Fährbetrieb mit Einschränkungen wieder aufgenommen. Doch wie geriet das Schiff auf dem Nord-Ostsee-Kanal in Schieflage? Und wie geht es weiter? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Frank Behling 25.08.2019

Die Christusgemeinde Kronshagen braucht 450.000 Euro für ihre neue Orgel. Mit viel Kreativität und Unterstützung ihrer 5000 Mitglieder geht sie ans Werk. Neben Konzerten, Ausflügen und einer eigenen Weinmarke gibt es auch 300 weiße Sparschweine, die nun beim Gemeindefest geschlachtet wurden.

Karina Dreyer 25.08.2019