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Rendsburg 100 Naturfilme in fünf Tagen
Lokales Rendsburg 100 Naturfilme in fünf Tagen
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00:44 07.09.2014
Von Christoph Rohde
Pressesprecher Michael van Bürk, Preisjury-Chef Ralf Blasius, Michael Packschies (Förderverein), Festivalleiter Gerald Grote und der zweite Fördervereins-Vorsitzende Martin Krohn (v.l.) gaben gestern die Bühne für das 8. Naturfilmfestival frei. Quelle: Rohde
Eckernförde

Mit 242 eingereichten Produktionen aus 35 Ländern hat Green Screen schon einen Rekord erzielt. „Die Zahlen dokumentieren die gestiegene Bedeutung des Filmfests in der internationalen Fachwelt“, betont Festivalsprecher Michael van Bürk. Für Festivalleiter Gerald Grote ist auch die achte Naturfilmschau in Eckernförde etwas Besonderes. „Wir wollen die Leute begeistern, gerade auch die jüngeren Zuschauer, und freuen uns über viele Filmemacher, die gekommen sind.“

 Schon jetzt machen die Green-Screen-Verantwortlichen unter den Festival-Filmen eine Qualitätssteigerung aus. Er habe bereits Ausschnitte der nominierten Produktionen gesehen, so Grote. „Das sind atemberaubende Bilder.“ Eine hochkarätig besetzte Fachjury hat es sich nicht einfach gemacht, die Filme für die insgesamt 16 zu vergebenden Preise auszuwählen. „Die Entscheidungen werden schwieriger“, sagt Ralf Blasius, Filmemacher und Vorsitzender der Preisjury. Fortschritte in der Filmtechnik wie High-Speed-Kameras machten inzwischen Tierverhalten sichtbar, „wie wir es noch nie gesehen haben“.

 Stark sei dieses Jahr auch die Kategorie „Meeresfilm“, so Blasius, in der die Filmemacher in unbekannte Regionen vorgedrungen seien. Der Jury-Chef ist zudem von dem „sehr hohen Niveau“ der deutschen Festivalbeiträge angetan. Gerade auch über den NDR-Naturfilm habe sich eine Garde deutscher Filmer herausgebildet, die international sehr angesehen sei. „Hier hat sich ein einheitlicher hoher Standard entwickelt.“

 Green Screen zeigt den ästhetischen Naturfilm, aber auch Filme, die nicht nur „heile Welt“ dokumentieren. Hier sei es ein Anliegen, Problembewusstsein zu vermitteln, sagt Michael Packschies vom Förderverein Green Screen. Beispielsweise, wenn es um versenkte Chemiewaffen in der Ostsee gehe. Häufig entsteht bei bewegenden Filmen auch Gesprächsbedarf. Dem trägt das Festival mit Moderationen sowie zahlreichen Filmemachern Rechnung, die anwesend sind. Laut Grote ist der deutsche Film zu 90 Prozent mit Experten aus der Produktion oder Redaktion vertreten.

 Für die Filmemacher ist die Resonanz auf ihre Arbeit bei einem Publikumsfestival wie Green Screen ein wichtiger Aspekt. „Viel mehr als ein perfektes Umfeld bedeuten für uns volle Säle und Leute, die Fragen stellen“, sagt Blasius. Er kenne kein anderes Naturfilmfest in Deutschland, das so gut besucht sei. Auch wenn Eckernförde zurzeit noch ohne kommerzielles Kino auskommen muss, wissen die Green-Screen-Organisatoren zu improvisieren. „Jeder Raum ist ein Kino“, sagt Grote. Es fehle allerdings noch ein Saal für etwa 200 Zuschauer. Laut Green-Screen-Geschäftsführer Markus Behrens wird Kino-Qualität in die Säle gebracht.

 Als „Aushängeschild für die Stadt“ bezeichnet Martin Krohn, zweiter Vorsitzender des Fördervereins, das Naturfilmfestival. „Green Screen ist in der Region verankert, das zeigen die vielen Helfer und Unterstützer, die sich einbringen.“ Über 100 Ehrenamtler sorgen im Hintergrund dafür, dass alles läuft. So wie Heike Jüngst aus Würzburg, die extra für Green Screen Urlaub nimmt, um auf dem Festival an der Ostsee als Dolmetscherin zu fungieren.

 Karten gibt es an den Abendkassen und im Ticketcenter Stadthotel. Im Internet (www.greenscreen-festival.de) sind die ausgebuchten Filme im Spielplan markiert.

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