Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Rendsburg Bürger und Gemeinde nehmen Stellung
Lokales Rendsburg Bürger und Gemeinde nehmen Stellung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
15:35 01.02.2020
Von Sven Janssen
Im Bürgerbehgehren sollen die Flintbeker ein Votum abgeben, ob die Schule am Eiderwald (Foto) an ihrem bestehenden Standort erhalten werden soll. Quelle: Sven Janssen
Anzeige
Flintbek

Gut eine Stunde erklärte Rudi Knoche von der Initiative am Mittwoch, warum sich die Bürger am 15. März für den Erhalt der bestehenden Schule aussprechen sollten. Zum einen verwies er auf die finanzielle Lage der Gemeinde, die Ende 2020 ein Defizit von 17,8 Millionen aufweisen soll, was eine Pro-Kopf-Verschuldung von 2451 Euro bedeute. Schon aus diesem Grund habe man kein Geld für weitere Investitionen. Die bestehende Schule sei schön und für 633 Schüler bereits jetzt voll funktionsfähig. Ein Neubau für mehr als 30 Millionen Euro an einem anderen Standort sei weder notwendig noch finanzierbar.

Lehrer sind wichtiger als Räume

Ein einziges Gebäude für rund 3,5 Millionen Euro reiche aus, um den Bedarf an zehn Räumen zu decken. Dieses könne in Modulbauweise binnen weniger Wochen fertiggestellt werden. „Schüler lernen nicht von Wänden, Räumen und Zimmerdecken, sondern von Lehrern“, sagte Knoche. „Längst nicht alle Flintbeker Lehrer sind optimal qualifiziert.“ Man sollte deren Eignung thematisieren und auch die des Schulleiters, der maßlose Forderungen an den Flintbeker Haushalt stelle.

Trotz Neubaugebieten keine steigenden Schülerzahlen

Dass die Schülerzahlen aufgrund der Neubaugebiete steigen und so einen größeren Raumbedarf nötig machen, bezweifelte er. Es kämen zwar neue Schüler dazu. Gleichzeitig würden aber 80 Meimersdorfer Schüler ab 2025 nicht mehr nach Flintbek kommen, weil sie dann eine eigene Schule hätten.

Keine Finanzierung durch Investoren

Knoche geht davon aus, dass ein Neubau der Schule über private Investoren mit einem ÖPP-Projekt finanziert werden soll. Deshalb habe die Gemeinde Planungen bei dem darauf spezialisierten Büro DKC in Auftrag gegeben. „Das ist eine höchst umstrittene und sündhaft teure Absicht, von der man die Finger lassen sollte.“ Auch die Rechnungshöfe und Gewerkschaften würden das Verfahren kritisieren.

CDU und UWF unterstützen Bürgerinitiative

Seitens der Gemeinde haben SPD, FDP und Grüne die Stellungnahme der Gemeindevertretung vorbereitet, die mit ihrer Mehrheit beschlossen wurde. CDU und UWF stimmten gegen den Text, sie unterstützen die Stellungnahme der Bürgerinitiative.

Neubau ist die beste Lösung

„Die Gemeindevertretung widerspricht den im Bürgerbegehren dargestellten Sachverhalten, denn sie beruhen auf reinen Behauptungen und Vermutungen“, trug Achim Lorenzen (Grüne) den Text vor. Als Schulträger habe die Gemeinde, unabhängig von der Finanzlage, den gesetzlichen Auftrag ausreichend Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen. Schon jetzt benötige die Schule dringend Räumlichkeiten und der Bedarf steige künftig weiter. „Dafür bietet der alte Standort keinen Platz“, so Lorenzen. Zwei Untersuchungen seien zum selben Ergebnis gekommen, dass ein Neubau an einem anderen Standort die sowohl pädagogisch als auch wirtschaftlich beste Lösung sei.

Niedrige Zinsen bieten einmalige Chance

Durch den Grundstückskauf von Aldi und die derzeit niedrigen Zinsen ergäbe sich die einmalige Chance ein neues barrierefreies Schulzentrum zu bauen, das direkt an einen modernen Sportplatz und eine Grünfläche grenze.

Modernisierung ist große Belastung

Eine Sanierung und Modernisierung der jetzigen Schule wäre eine Belastung für Schulgemeinschaft und Anwohner. Schon heute ginge der Sanierungsstau in die Millionen. Selbst wenn Teilbereiche der Schule erneuert würden, müsste weiter Geld in den Erhalt der verbleibenden maroden Gebäude investiert werden. Die Schule sei weiterhin nicht barrierefrei und Räume zu hellhörig. Der Sportplatz müsse für 2,5 Jahre als Interimslösung für Containerklassen gesperrt werden und über Jahre werde Baustellenverkehr die umliegenden Straßen belasten. Am Ende könne aus einem alten Gebäude kein Neues werden, das modernen technischen Standards entspreche.

Beide Stellungnahmen sollen in der kommenden Woche auf der Gemeindeseite www.flintbek.de veröffentlicht werden.

Mehr aus der Region Rendsburg lesen Sie hier.

Historischer Moment im Kanaltunnel Rendsburg: „Um 5.10 Uhr“ gab die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung nach bislang neun Jahren Bauzeit am 1. Februar für zwei Monate alle vier Fahrspuren frei, berichtete Sönke Meesenburg, Leiter Fachbereich Investitionen am Nord-Ostsee-Kanal.

Beate König 01.02.2020
Rendsburg Kirchenmusik in Flemhude Konzertreihe fehlen die Zuschauer

Der Förderkreis Musik in der Kirche Flemhude fährt sein Programm zurück: Nur noch fünf Konzerte stehen bis jetzt für 2020 auf dem Programm der Reihe. In den vergangenen fünf Jahren organisierten die Ehrenamtler bis zu zwölf Termine im Jahr.

Beate König 01.02.2020

Ein 75 Jahre alter Mann ist bei Schmalstede (Kreis Rendsburg-Eckernförde) von einem Auto erfasst und tödlich verletzt worden. Der Unfall ereignete sich am Freitagabend außerorts auf einer Landstraße, wie die Polizei am Sonnabend mitteilte.

02.02.2020