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Rendsburg Randale auf dem Fockbeker Friedhof
Lokales Rendsburg Randale auf dem Fockbeker Friedhof
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14:20 05.07.2019
Von Hans-Jürgen Jensen
Friedhofsverwalter Martin Eckhoff zeigt es: Spiegel und Kacheln auf der Toilette sind verschmiert. Quelle: Hans-Jürgen Jensen
Fockbek

Die Kirchengemeinde hat Teenager aus der benachbarten Gemeinschaftsschule in Verdacht. Einer habe sich gestellt, sei mit seiner Mutter zu ihm gekommen, sagte Pastor Alexander Westbrock. Er habe unter anderem Blumen und Laternen von Gräbern gestohlen. "Wir haben von einer Anzeige abgesehen, weil er den Mut hatte, sich zu bekennen."

Drei Anzeigen erstattet

Die Kirchengemeinde hat inzwischen drei Anzeigen erstattet. Täter habe die Polizei nicht ermitteln können. Sönke Hinrichs, Sprecher der Polizeidirektion Neumünster, bestätigt das. Der Beamte appelliert: Wer Hinweise geben könne, möge sich bei der Polizeistation in der Rendsburger Straße in Fockbek melden.

Es seien vermutlich Jugendliche aus der benachbarten Gemeinschaftsschule, die auf dem Friedhof Randale machen, meinen Pastor Alexander Westbrock und Friedhofsverwalter Martin Eckhoff. "Man sieht, wo sie langlaufen", sagt Eckhoff und zeigt auf ein Loch im Zaun zum benachbarten Schul- und Sportgelände.

Heimliches Rauchen auf dem Friedhof

Er habe vor einigen Wochen drei Jugendliche erwischt, die ein Waschbecken im Toilettenraum verstopft hatten, berichtet der Friedhofsverwalter. "Das mussten sie wieder sauber machen." In den Schulpausen ertappe er immer wieder Teenager beim heimlichen Rauchen. "Wir schicken sie rigoros vom Friedhof weg. Da machen wir von unserem Hausrecht Gebrauch."

"Gott sei Dank noch keine Störung der Totenruhe"

Blumen und Grablichter von Ruhestätten zu stehlen, ist noch keine Störung der Totenruhe, bei der Freiheits- und Geldstrafen drohen, sagt Helge Buttkereit, der Sprecher des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde. Erst wenn ein Grab komplett verwüstet würde, wäre das der Fall. "So weit ist es hier Gott sei Dank noch nicht", erklärt der Fockbeker Friedhofsverwalter Eckhoff. Auch im gesamten Kirchenkreis sei das noch nicht vorgekommen, berichtet Buttkereit.

In Fockbek gebe es Gespräche mit der benachbarten Schule, weil "Jugendliche im schulpflichtigen Alter bei einigen der Taten gesehen wurden", erklärt die Kirchengemeinde. "Ich wünsche mir, dass die Eltern mit ihren Kindern über die Bedeutung des Ortes und die Totenruhe sprechen", sagt Pastor Westbrock.

Toilette auf dem Friedhof abgesperrt

Die Diebstähle und Verwüstungen begannen im Winter, sagten der Pastor und der Friedhofsverwalter am Freitag vor Journalisten. Anfang Juni habe man entschieden, die Toilette vorübergehend ganz abzusperren. Die Kirche wolle ein neues Schließsystem wie an Autobahnparkplätzen einbauen und dann die Toilette wieder täglich bis 17 Uhr öffnen. Die Türschnapper seien eine höhere Hürde, meint Pastor Alexander Westbrock. Vorerst könnten Friedhofsbesucher die Toilette im nahe gelegenen Gemeindehaus benutzen.

Vandalismus auf dem Nortorfer Friedhof

Fockbek ist kein Einzelfall. Ähnliche Probleme habe es auch in Nortorf gegeben, sagt Kirchenkreissprecher Helge Buttkereit: Toilettendeckel abgerissen, Klopapier abgerollt. Die Friedhofstoilette sei jetzt nur noch dann offen, wenn Mitarbeiter da sind und aufpassen.

Weitere Fälle von Vadalismus auf Fridehöfen gab es in der Vergangenheit in Kiel und in Ratzeburg.

Friedhöfe mit Videokameras zu überwachen, sei keine Lösung, erklärte der Fockbeker Pastor Westbrock. Ein befragter Anwalt habe davon abgeraten. Auch eine Attrappe sei unzulässig.

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Kirchengemeinde schaltet Polizei und Öffentlichkeit ein.
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