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Rendsburg "Die Menschheit singt zu wenig"
Lokales Rendsburg "Die Menschheit singt zu wenig"
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14:57 03.11.2019
Von Frank Scheer
Frauke Pansegrau hat vor 25 Jahren den Chor Chorioso gegründet. Am Sonnabend, 9. November, ist in der Christuskirche Bordesholm ab 19 Uhr ein Jubiläumskonzert geplant. Quelle: Frank Scheer
Bordesholm/Reesdorf

Über 3,3 Millionen Menschen singen in Chören. Singen macht glücklich, die Texte geben Kraft, man kann dem Alltag entfliehen, heißt es. Was bedeutet für Sie das Singen?

Frauke Pansegrau: Eben auch Glück und Spaß am Umgang mit der Stimme, Entspannung und Fröhlichkeit. Das sagt mein Chor auch. Montags zum Wochenstart abends zur Probe zu kommen, ist für viele oft ein echter Angang. Aber sie sagen, es lohnt sich, man geht beschwingt nach Hause.

Es gibt das Sprichwort: Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder. Stimmen Sie dem zu, und wenn dem so ist, wird in der Schule das Singen nicht viel zu sehr vernachlässigt?

Die Menschheit singt privat sowieso zu wenig. In der Schule wird es auf jeden Fall wie auch in den meisten Familien vernachlässigt. Böse Menschen singen nicht, stimmt. Es gibt aber auch blöde Menschen, die singen.

Wie ist Ihre Leidenschaft fürs Singen geweckt worden?

Als Kind wollte ich immer Schlagersängerin werden, was ja Gott sei dank nicht geklappt hat. Als Teenager habe ich ganz viel Gitarre gespielt und selber dazu gesungen. Reinhard May und alles mögliche so querbeet. Meist Lieder von Liedermachern. Schlager habe ich nicht gesungen, nee, nee. Vom Text her sind Schlager nicht so meins.

Hand aufs Herz, singen Sie im Auto oder auch unter der Dusche?

Ja. Ich singe immer und ganz viel. In Menschenmengen trällere ich auch. Wenn ich beispielsweise in Kirchen hineingehe, gucke ich. Wenn viel los ist, mache ich es nicht unbedingt. Aber ansonsten singe ich eine Strophe von „Amazing Grace“ von Celtic Woman. Mich reizt es, den Klang in der Kirche auszutesten.

Gib es zurzeit bei Ihnen einen anderweitigen Ohrwurm oder das Lieblingschorstück?

Lieblinge gibt es nicht. Es gibt Stücke, die besonders viel Spaß machen. Wie „Engel“ von Rammstein, „Music“ von John Miles oder „Die perfekte Welle“ von Juli. Und auch viele Stücke der Neuen Deutschen Welle, ein paar Spirituals oder Gospels singe ich gerne. Mit Chören studiere ich gerne „Codo“ von DÖF, „Hohe Berge“ von Fräulein Menke oder „Major Tom“ von Peter Schilling ein. Ich singe ja auch noch selbst zwei Ensembles, aktuelle Lieder werden da auch schnell zu Ohrwürmern.

War die Gründung von Chorioso vor 25 Jahren auch eine Reaktion auf langweilige Chorstrukturen und Liederauswahl?

Nö, war es nicht. Eine Bekannte machte vor 25 Jahren eine Chorleiterausbildung auf dem Scheersberg. Davon hatte sie mir erzählt und ich war angefixt. Alles ging damals Hand in Hand. Kurz danach fragte man mich im Dorf, ob ich die Chorleitung übernehmen will. Und ein Jahr später habe ich auch in Wattenbek einen Frauenchor gegründet, der aber später in Chorioso überging.

Was halten Sie vom sogenannten Rudelsingen? In Dortmund beispielsweise kommen zigtausend Menschen zu so einem Event, das „Bordesholm-Singen“ im Savoy ist immer ausverkauft.

Ich weiß. Ich finde es toll, wenn man Massen so zum Singen bringt. Es fördert Glückshormone. Und wenn die Menschen glücklich und fröhlich nach Hause gehen, dann ist es doch wunderbar. Für mich ist das nichts, ich war einmal in der Halle 400 mit dabei. Das habe ich geschenkt bekommen. Mit einer Freundin stand ich ganz weit hinten, wir hatten unseren Spaß. Jetzt weiß ich, wie so etwas läuft, ich brauche es aber nicht nochmal.

Singen Frauen im Allgemeinen besser als Männer?

Nö. Mehr vielleicht. Vielleicht kriegen Männer ihren Hintern nicht so schnell hoch. Ist doch wie beim Tanzen, da ist ja auch immer Frauenüberschuss. Meistens müssen Frauen ihre Männer zum Tanzen erst einmal überreden, ist vielleicht beim Singen auch so.

Was ist das Besondere am Chorioso? Und warum sollten Gäste Ihr Jubiläumskonzert auf keinen Fall verpassen?

Wir sind ein guter und sympathischer Chor. Es macht auch Spaß, uns zuzuhören. So viele Stücke aus der ersten Zeit sind nicht mehr dabei. Aber alte Gassenhauer wie „Babara Ann“ von den Beach Boys oder „Lollipop“ von The Chordettes, die wir früher oft gesungen haben, sind auch im Programm. Früher haben wir mehr Gospels und afrikanische Lieder gesungen, heute ist es mehr Pop. Da gibt es interessantere Stücke. Der Songschreiber Oliver Gies macht einfach so fantastische Arrangements von Stücken.

Die Fragen stellte Redakteur Frank Scheer.

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