Freilichtmuseum Molfsee präsentiert Geschichten aus Notzeiten
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Rendsburg Not macht erfinderisch
Lokales Rendsburg Not macht erfinderisch
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16:04 24.06.2015
Von Beate König
Moderne Schau „Fremdes Zuhause“: In einem original Lederkoffer ist ein Monitor mit einer Foto-Show untergebracht. Quelle: Beate König
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Molfsee

Mit modernen Medien wie Filmen und Fotoinstallationen sowie rund 100 Exponaten von Zeitzeugen aus dem Zweiten Weltkrieg zeigt die Schau, was Flucht und Vertreibung bedeutete und wie später die Integration gelang.

 Aus Fallschirmseide genähte Taufkleider, hartes Strickgarn aus Sackleinen und zu Wärmflaschen umfunktionierte Granatenhülsen zeigen, dass Notzeiten erfinderisch machen. Ein Film von Kay Gerdes dokumentiert sowohl Flucht als auch das Einleben in der neuen, fremden Heimat. Die Schau verzichtet jedoch auf ausführliche Texttafeln. „Lesen kann man auch zuhause,“ sagt Ulrike Looft-Gaude. Noch als wissenschaftliche Leiterin arbeitet sie mit Volkskundlerin Ilka Rau am zeitgemäß ansprechenden Gesicht der Ausstellung, die auch auf die aktuelle Flüchtlingswelle Bezug nimmt. Looft-Gaude macht klar: Vor 70 Jahren einte bei allen Differenzen die gleiche Sprache und die gleiche Religion die Ur- und Neu-Schleswig-Holsteiner. Das ist bei der heutigen Flüchtlingswelle anders.

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 Das 2001 im Freilichtmuseum aufgebaute, über Jahre sanierte Haus aus Dahmsdorf ist ein historisch stimmiger Ort für die Dauerschau: An seinem Ursprungsort diente das zwischen 1834 und 1839 gebaute, schlichte Fachwerkhaus als Armenkate der Gemeinde. Nach dem Zweiten Weltkrieg lebten unter dem Blechdach drei Flüchtlingsfamilien.

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