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Rendsburg Ganz nah dran am Orchester
Lokales Rendsburg Ganz nah dran am Orchester
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13:58 06.08.2014
Von Veronika Sawicki
Das Publikum verfolgte mit Spannung die Anweisungen von Dirigent Pedro Halffter, die er dem Orchester bei den Proben in der Thormannhalle gab. Quelle: Veronika Sawicki
Büdelsdorf

Vor der Thormannhalle warteten die Besucher schon eine halbe Stunde vor den Proben auf Einlass. Die einen machten es sich auf den Bänken gemütlich, die anderen standen bereits in der Schlange, wiederrum andere inspizierten die Halle von außen. Die Türen waren geöffnet, sodass Interessierte vorab schon einen Blick hinein werfen konnten.

Frauke Budig aus Jübek konnte es kaum erwarten: „Ich liebe die Stimmung. Es ist nicht so super voll, sodass man auch mal woanders sitzen kann.“ Bereits am Vormittag genoss sie die ersten Proben. Danach schaute sie sich auf der Nordart um, einer Kunstausstellung, die sich nebenan befindet. Am Nachmittag bekam sie dann Lust auf eine zweite Runde des musikalischen Erlebnisses.

Auch Gabriele Raschke war voller Vorfreude: „Die gewisse Leichtigkeit und dieses Ungezwungene gefällt mir sehr gut.“ Menschen ohne Anzug, alles ganz locker – das sage ihr zu, auch wenn sie gern mal in ein richtiges Konzert gehe. Besonders spannend findet sie, wie der Dirigent einzelne Passagen mit dem Orchester erarbeitet: „Das bekommt man sonst nicht zu sehen.“

In der Halle angekommen, schauten sie die meisten Besucher zunächst um und ließen die Umgebung auf sich wirken. Der Industriecharme des Geländes „Kunstwerk Carlshütte“ ist auch hier zu spüren: Holzbalken spicken den 1400 Quadratmeter großen Konzertsaal. Für 700 Zuhörer war bestuhlt. Bei den Generalproben seien es noch deutlich mehr, sagte Gesine Beck, Leiterin der Orchesterakademie.

Manche Besucher sicherten sich einen Platz in der ersten Reihe: „Ich bin gern möglichst nah am Geschehen. Am liebsten würde ich im Orchester sitzen, aber das geht ja nicht“, erzählte Volker Duve lachend. Er saß ganz vorn mittig, so dass er einen guten Überblick hatte. „Mir ist der Gesamtklang wichtig. Und hier stimmt einfach alles.“ Der Neumünsteraner ist seit Ende der 80er Jahre Dauergast bei den Proben.

Pünktlich um 16 Uhr starteten die Musiker. Sie übten auszugsweise drei Stücke: Abadón von Dirigent Pedro Halffter, Concierto de Aranjuez von Joaquín Rodrigo und die Sinfonie Nr. 5 in cis-Moll von Gustav Mahler. Harfenspielerin Isabel Goller aus Südtirol lobte die Stimmung unter den Spielern: „Es macht Spaß, mit so vielen Nationalitäten zu musizieren. Alle halten ihren Konzentrationsstandard, gehen aber auch locker miteinander um.“ Dirigent Halffter musste das Spiel mehrmals unterbrechen, um hier und dort Hinweise zu geben. Rund 70 Zuhörer verfolgten das Geschehen mit Neugier und lehnten sich genüsslich zurück, sobald die Künstler wieder anfingen zu spielen.

Wer selbst den Proben lauschen möchte, hat noch bis zum 7. August die Gelegenheit dazu. Karten gibt es an der Tageskasse oder unter Tel. 0431/237070. Sie kosten bei den öffentlichen Proben 8 Euro und ermäßigt 6 Euro. Karten für die Generalproben kosten 18 Euro und ermäßigt 10 Euro. Weitere Informationen: www.shmf.de/oa oder unter Tel. 0451/3895720.