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Rendsburg Förtchen zergehen auf der Zunge
Lokales Rendsburg Förtchen zergehen auf der Zunge
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16:44 09.08.2019
Von Sven Janssen
Felix und Laura schauen zu, wie Annegret Jonescheit den Teig am Schwibbogenherd in die Förtchenpfanne füllt. Quelle: Sven Janssen
Molfsee

Förtchen sind kleine Küchlein, die aus einer Art Pfannkuchenteig gebacken werden und bis heute beliebt sind - besonders an Weihnachten und Silvester. Auf Platt heißt das Gebäck Futjes, Futtjes, Futtjens oder Pfütten. Die Förtchen werden in einer speziellen Pfanne hergestellt, ein großer Vorteil, denn Backöfen gab es damals nicht auf den Höfen. Mit dem Rezept, das meist über viele Generationen weitergegeben wurde, konnte man auch ohne Ofen leckeren Kuchen herstellen.

Förtchen sind der Geschmack der Geschichte auf der Zunge

„In den Häusern gab es nur den Schwibbogenherd, in dem das Feuer tagaus tagein brannte und nebenbei für Wärme sorgte“, erklärt Annegret Jonescheit, die mit einer Gruppe Kinder das Gebäck zubereitet. Laura facht schon mal das Feuer an und legt ein wenig Holz nach. „Die Besonderheit ist, dass es keinen Abzug für den Rauch gibt“, sagt sie. Der Rauch bleibt im Haus, trocknet Korn und Heu auf dem Dachboden, sorgt dafür, dass der Schinken geräuchert wird, der unter der Decke hängt, und er ist auch Mittel gegen Schädlinge im Holz.

All diese Vorteile wussten die Menschen damals zu nutzen. Aber auch Nachteile hatte das Ganze. Der Rauch habe für Augenleiden und Krebs bei den Hausfrauen gesorgt, sagt Jonescheit. Ab etwa 1740 sei es, auch wegen der Brandgefahr, verboten worden, den Schwibbogenherd im Haus zu nutzen, erzählt sie. Die Menschen hätten ihn dann einfach in ein kleines Häuschen ausgelagert.

Im Freilichtmuseum Molfsee ist das Feuer in Gang

Auch im Freilichtmuseum Molfsee ist das Feuer mittlerweile wieder in Gang. Laura, Felix, Sarah und Emily können sich um den Teig kümmern. Felix schlägt schon mal das Eiweiß zu Eischnee. „Wir backen wie früher ganz ohne Hefe oder Backpulver“, sagt Jonescheit, die ein Rezept ihrer Großmutter dabei hat. Laura verrührt Eigelb, Milch, Mehl Zucker, Salz und Butter zu einem Teig und hebt den Eischnee darunter. „Das ist ja richtig einfach“, sagt sie und bringt alles zum Ofen, wo die spezielle Förtchenpfanne schon auf einem Dreibein über dem Feuer steht.
In die zwölf halbkugelförmigen Vertiefungen der speziellen Pfanne füllt Jonescheit ein wenig Öl und lässt es heiß werden. Dann kommt der Teig hinein, wird einmal gewendet - und die Förtchen sind fertig. Echt lecker, das finden nicht nur die Kinder, sondern auch die vielen anderen Museumsbesucher, die bei der Vorführung der alten Backkunst gespannt zugesehen und probiert haben.

Förtchen: Großmutters Familienrezept

Mit einer modernen Förtchenpfanne gelingt das Gebäck auch einfach auf dem heimischen Herd. Für den Teig nach Großmutters Rezept braucht man fünf Eier, 250 Gramm Mehl, einen halben Liter Milch, ein bis zwei Esslöffel Zucker, einen Esslöffel Butter und eine Prise Salz.

Die Eier werden getrennt und das Eiweiß zu Eischnee geschlagen. Der Rest wird zu einer glatten Masse verrührt und anschließend das Eiweiß untergehoben. Das war's. Wichtig ist, dass Pfanne und Öl heiß sind, dann werden die halbkugelförmigen Ausbuchtungen zur Hälfte mit Teig gefüllt. Nach zwei Minuten werden die Förtchen mit der Gabel gewendet und sollten nach dem Ausbacken knusprig braun und kugelrund sein. Gegessen werden sie warm.

Sehen Sie hier mehr Bilder vom Förtchen Backen am Schwibbogenherd im Freilichtmuseum Molfsee

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