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Rendsburg Gemeinde Sören beschließt Phosphatbremse
Lokales Rendsburg Gemeinde Sören beschließt Phosphatbremse
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23:33 29.09.2019
Von Frank Scheer
Die Gemeinde Sören wird eine Pilotanlage zur Phospatfällung zwischen dem ersten und zweiten Klärteich installieren. Den Beschluss für das 57.000 Euro teure Projekt hat die Gemeindevertretung am Freitag mit 4:3-Stimmen gefasst. Quelle: Manfred Christiansen
Sören/Bordesholm

2019 war im Bordesholmer See eine extreme Algenblüte zu beobachten, die zu vielen Badeverboten geführt hatte. Das Gewässer gilt als sehr nährstoffreich. In den letzten Jahren wurden dafür vor allem die Zuflüsse, die die ausgeschwemmten Stoffe von den landwirtschaftlichen Flächen aufnehmen, verantwortlich gemacht. Der Kalbach ist der Hauptzufluss, auch Sören leitet seine geklärten Abwässer ein. Für die Verschlechterung in den letzten Monaten wird ein weiterer Umstand angenommen: Nährstoffe, die über Jahrzehnte in den See geflossen waren, lösen sich wieder vom Seegrund ab. In Bordesholm wird es am 24. Oktober im Rathaus ab 18.30 Uhr eine Sondersitzung zum See geben.

Abwasserpreis in Sören steigt stark

Für die kleine Gemeinde Sören mit 200 Einwohnern sind die 57.000 Euro für die Phosphatfällung eine Menge Geld. Das Volumen des Verwaltungsetats beträgt 260000 Euro. "Wir fühlen uns aber für den Zustand mit verantwortlich", so Bürgermeister Manfred Christiansen. Das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume in Flintbek habe diese Maßnahme befürwortet. Gesetzlich verpflichtet ist Sören nicht, denn die Werte liegen deutlich unter den geforderten Zahlen. Die Einsparung von 100 bis 120 Kilo pro Jahr beim Phosphat würde eine Halbierung des Sörener Eintrags bedeuten. Laut Christiansen müsste der gesamte Eintrag in den See von allen Anrainergemeinden um 750 Kilo reduziert werden, damit ein "ökologisches Gleichgewicht" hergestellt sei. Allerdings wird der Abwasserpreis im Dorf wegen der Maßnahme von 1,16 Euro je Kubikmeter auf 1,50 bis 1,70 Euro anziehen. 

Bordesholm ist nun auch gefordert

Für Gemeindevertreter Jörg Kukla handelt es sich um ein Imageprojekt. "Wo ist der Vorteil. Was bringt dem See die Halbierung?", fragte er. Aus seiner Sicht werden die Sörener Bemühungen überhaupt nicht sichtbar werden. Er kritisierte vor allem auch den Preis von 37.700 Euro der Versorgungsbetriebe Bordesholm, der nur für den Stromanschluss der Phosphatfällung fällig wird. "Diesen Preis versteht im Dorf niemand", so Kukla. Der stellvertretende Bürgermeister Lars Geffert hofft auf eine Signalwirkung, die vom Beschluss in Sören ausgeht. Gemeindechef Christiansen kann die Kritik nachvollziehen, stimmte aber dafür. "Seit Jahren redet Bordesholm viel, kommt aber nicht in die Puschen - das enttäuscht die Leute." Er werde zukünftig weiter dort auf ein konkretes Programm drängen, das der Zentralort aus seiner Sicht mit dem Seeeigentümer, dem Land, umsetzen muss. "Wir tun mehr als unsere Pflicht. Nun sind auch die anderen gefordert."

Weidenverzicht und Ringleitung gefordert

Aus Sicht von Christiansen gehörten Weiden nicht in den Uferrandstreifen. "Früher war die gesamte Insel im See von Schilf umrandet. Da ist nun nichts mehr." Zudem plädiert der Sörener Bürgermeister für eine Ringleitung um den See. "Das wird in Bayern bei vielen Gewässern gemacht, um auch wirklich alle Einleiter zu erfassen." Die Gemeinde war in der Vergangenheit bereits auf private Einleitungsstellen hingewiesen worden.

Der Beschluss in der Gemeindevertretung war mit vier Ja- und drei Neinstimmen knapp.

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