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Rendsburg Widerspruch der Gemeinden war zwecklos
Lokales Rendsburg Widerspruch der Gemeinden war zwecklos
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11:50 24.08.2018
Von Torsten Müller
Die drei Windräder in Quarnbek, unmittelbar an der Autobahn 210, sind weithin sichtbar. Quelle: Torsten Müller
Quarnbek/Bredenbek.

Die Standortgemeinde Quarnbek sowie die Nachbargemeinde Melsdorf hatten sich vor einem Jahr gegen den Ausbau ausgesprochen.

Wesentlich größer sind die beiden Vorrangflächen in Bredenbek/Haßmoor. Je nach Höhe könnten dort insgesamt etwa zehn Anlagen errichtet werden. Stellungnahmen zum Entwurf sind vom 4. September bis zum 3. Januar 2019 möglich.

Neue Windkraftanlagen können mehr als 200 Meter hoch sein

„Drei weitere Windräder in unmittelbarer Nachbarschaft von Melsdorf finde ich fürchterlich“, kommentierte Anke Szodruch (CDU), Bürgermeisterin von Melsdorf, den zweiten Entwurf zur Teilfortschreibung des Regionalplans. Sie hofft, dass es Quarnbek gelingt, einen Bebauungsplan für das neue Gebiet aufzustellen, „um zumindest die Höhen zu begrenzen“. Neue Anlagen können mehr als 200 Meter hoch und damit weithin sichtbar sein. Als Standort ist eine knapp 16 Hektar große Vorrangfläche nördlich der Kreisstraße 3 und östlich vom Gut Quarnbek vorgesehen – auf Höhe der drei bereits südlich stehenden Windräder.

Quarnbek sind bei den Regionalplänen die Hände gebunden

Auch Quarnbeks Bürgermeister Klaus Langer (Grüne) ist zerknirscht: „Wir stehen bei den Bürgern im Wort und waren mit den drei 150 Meter hohen Anlagen zufrieden.“ Doch jetzt sind der Gemeinde die Hände gebunden. Die Errichtung von Windrädern sind privilegierte Vorhaben – die Planungshoheit der Gemeinde greift nicht mehr. „Da wir sie nicht verhindern können, müssen wir das Beste draus machen“, ist Langer überzeugt.

Gut Quarnbek auf Vorrangfläche

Ohnehin habe sich durch den in diesem Sommer deutlich gewordenen Klimawandel eine Abkehr von fossilen Brennstoffen als notwendig erwiesen. Ob auf der Vorrangfläche gebaut wird, hängt vom Grundeigentümer auf Gut Quarnbek ab. „Es gibt keine konkreten Planungen. Wir haben uns damit nicht beschäftigt“, sagte Iris Milberg-Schoeller gestern auf Nachfrage. Im Juni 2019 stehe im Gutsbetrieb ein Wechsel in der Geschäftsführung an.

Biotopverbund entlang der Melsdorfer Au ein Konfliktpunkt

Die einzige Änderung, die die Landesplanung am zweiten Entwurf vornahm, ist die Erhöhung des Schutzabstandes von Siedlungsbereichen von 800 auf 1000 Meter. In der Stellungnahme von Quarnbek und Melsdorf vor einem Jahr hatten diese sich gegen die Aufhebung der Höhenbegrenzung für Windräder ausgesprochen, zumal moderne Windräder wesentlich effizienter und ertragreicher arbeiteten als ältere. Die Gemeinden hatten damit genauso wenig Erfolg wie mit dem Hinweis auf zwei Konfliktpunkte: den vorhandenen Biotopverbund entlang der Melsdorfer Au sowie denkmalgeschützte Gebäude und den Park auf Gut Quarnbek.

Krummwisch nun ohne Potenzialfläche für Windkraft

Nach Einschätzung der Planungsbehörde steht die querende Biotopverbundachse der Windenergie nicht entgegen. Aus der Windenergieplanung komplett herausgefallen ist jetzt eine Potenzialfläche auf dem Gebiet der Gemeinde Krummwisch.

Vorrangfläche liegt vollständig im Naturpark Westensee

In Bredenbek sind die bekannten Gebiete verkleinert worden. Die Potenzialfläche (Schönhagener Straße/Bruxer Holz), die gut 92 Hektar umfasste, ist auf 85 Hektar Vorrangfläche geschrumpft. Dort könnten bis zu acht Anlagen gebaut werden. Das Gebiet liegt vollständig im Naturpark Westensee. Gegen den Bebauungsplan der Gemeinde hatte es seinerzeit einen erfolgreichen Bürgerentscheid gegeben. Der Abstandsbereich zur Ortslage der Gemeinde Haßmoor ist auf 1000 Meter erhöht worden.

Wegen der Erhöhung des Schutzabstandes ist auch die zweite Vorrangfläche geschrumpft, von 42 Hektar auf etwa 17 Hektar. An dieser zweigeteilten Fläche sollen nach Informationen von KN-online Investoren Interesse haben.

Wenn Sie sich an der Planung der Vorrangflächen beteiligen möchten, können Sie dies auf dieser Internetseite des Landes Schleswig-Holstein tun.

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