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Rendsburg Grabmäler werden "aufgehübscht"
Lokales Rendsburg Grabmäler werden "aufgehübscht"
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20:30 12.11.2019
Von Frank Scheer
Der Alte Friedhof neben der Klosterkirche in Bordesholm wird augehübscht. Wolfgang Bauch (links) vom Kulturverein und Nils Claussen von der Klosterkirche inspizieren die Grabsteine. Quelle: Frank Scheer
Bordesholm

 Grund für die Verschiebung der Sanierung der Mauer aus der Klosterzeit. „Die Witterung, wir sind zu spät“, erklärte Wolfgang Bauch, pensionierter Archäologe und Vorstandsmitglied des Kulturvereins Bordesholmer Land. Stillsitzen ist aber nicht sein Ding. Stattdessen werden bis Ende des Jahres die 28 Grabsteine auf dem alten Friedhof nördlich der Klosterkirche „aufgehübscht“, wie er am Dienstag erklärte.

1868 wurde der Friedhof in Bordesholm verlegt

Die letzte Beisetzung auf dem noch erhaltenen kleinen Teil des Nordfriedhofs ist noch gar nicht so lange her. 2015 wurden sechs Holzsärge der Nachfahren des Amtmanns Caspar von Salderns aus seiner Familiengruft in der Klosterkirche hierher umgebettet. „Die Särge verwittern nun langsam, der Boden ist an den Grabstellen abgesackt“, so Bauch – eigentlich ist der Teil des Friedhofs 1868 geschlossen worden, als das neue Areal in der Kirchhofallee angelegt worden war.

Erinnerung an bedeutende Persönlichkeiten

Noch erhalten sind Gräber, die sich zeitlich in das 19. Jahrhundert zuordnen lassen, von Persönlichkeiten oder Menschen, die ein Bestattungsrecht erworben hatten. Das sind unter anderem Nikolaus Friedrich Johannsen, Küster, Lehrer und erster Sekretär der Bordesholmer Sparkasse, sowie der Arzt Dr. Friedrich Kaestner, Verfasser des ersten Kirchenführers und Stifter der Tafel an der historischen Gerichtslinde. An Personen von überregionaler Bekanntheit wird auch erinnert, wie an den Kanonier Johannes Clairmont (Seeschlacht vor Eckernförde, später Chausseewärter in Bordesholm) oder den Peruforscher Hans Heinrich (Enrique) Brüning aus Hoffeld.

Einige Grabsteine stark verwittert

Der Kulturverein hat nach Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt in Kiel und der Klosterkirchengemeinde, die Eigentümerin des Friedhofes ist, eine Steinmetzfirma beauftragt, die Grab- und Gedenksteine zu säubern, Beschädigungen zu beheben und die Standfestigkeit zu überprüfen. „Einige Denkmäler sind stark in Mitleidenschaft gezogen, dass sie nicht mehr vor Ort repariert werden können“, erklärte Bauch bei einem Rundgang mit Kirchenvorstandsmitglied Nils Claussen.

Maßnahme kostet bis zu 7000 Euro

Die letzte umfassende Sanierung liegt 50 Jahre zurück. Drei bis vier Grabstellen werden noch von Nachfahren oder Firmen gepflegt. „Um etliche kümmert sich niemand“, so Bauch. Bei einigen Steinen ist die Inschrift nicht mehr sichtbar. Die Erhaltung der geschichtsträchtigen Ruhestätte verdanken die Verantwortlichen einem Zuschuss der Denkmalschützer und einer Spende der Fielmann-Stiftung. Im Frühjahr 2020 sind gärtnerische Arbeiten vorgesehen. Ein neues Faltblatt wird Auskunft über die Grabstellen und die Geschichte des Friedhofes geben. Zwischen 6000 und 7000 Euro kostet das Aufhübschen.

Friedhofsgeschichte beginnt 1620

Der Kirchhof gehört zu den ältesten Bestattungsplätzen in Bordesholm. „Um 1620 sind dort die Armen und Diener des Klosters begraben worden“, so Bauch. Das sei in der plattdeutschen Chronik von Peter Danckwerth überliefert. Seit 1737 diente der Bereich offiziell den Gemeindemitgliedern als Beerdigungsstätte. Der damalige quadratische Friedhof war von einer Steinmauer umgeben. Auf Bitten von Pastor Jacob Göttsche erfolgte 1845 eine Erweiterung in Richtung Norden, die aber nur 20 Jahre ausreichte – die kleine Erweiterung ist heute noch erhalten.

Die meisten Gräber wurde 1920 umgebettet

1920 erfolgte die wesentliche Umgestaltung: Die Gräber des alten Friedhofes an der Kirche wurden entfernt; stattdessen wurde eine Gedenkstätte nach Plänen des Gartenbauarchitekten Harry Maasz (1880-1946) für die Gefallenen des 1. Weltkrieges eingerichtet. Heute steht nur noch das hohe Ehrenkreuz; die mehr als 100 Gedenksteine mit Namen der Gefallenen hatte man 1960 an den westlichen Rand versetzt, wo man sie unter Efeu versteckt finden kann.Die neue Anlage mit den kupfernen Wappen (Bildhauer Siegfried Assmann) ehemaliger preußischer Gebiete im Osten wurde am Volkstrauertag 1961 der Öffentlichkeit übergeben.

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Die 28 Gedenk- und Grabsteine auf dem Nordfriedhof an der Klosterkirche in Bordesholm werden restauriert.

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