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Rendsburg Nest wartet auf erstes Storchenpaar
Lokales Rendsburg Nest wartet auf erstes Storchenpaar
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10:52 24.01.2020
Von Beate König
Holger Wenzel (von links) Björn Schörder, Otto Christophersen, Gerrit Smolka, Thomas Henningsen und Ingo Witkowski halten mit Jürgen Lustig das 30 Kilogramm schwere Nest. Quelle: Beate König
Groß Vollstedt

„Der Storch kann kommen“, sagte Otto Christophersen nach dem Aufstellen des neuen Nest-Mastes auf der Wiese hinter dem Mahnmal an der Dorfstraße. Der Vorsitzende des Handel- und Gewerbevereins hatte mit dem Förderverein Natur Groß Vollstedter See und Umgebung die Idee, wieder einen Nistplatz einzurichten. Ein alter Horst im Dorf aus dem Jahr 2000 ist verfallen.

Nest wurde nach Anleitung eines Storchenberaters gebaut

„Es dauerte keine acht Wochen von der Anfrage bei der Schleswig-Holstein Netz AG bis zum Aufstelltermin“, erzählte Fritz Harder, Vorsitzender des Fördervereins. Der Verein holte die Zustimmung von Thekla Lisowsky, der Inhaberin der Wiese, ein. Otto Christophersen baute nach Anleitung von Nabu-Storchenberater Jürgen Lustig ein Nest: 30 Kilogramm schwer ist die Konstruktion aus Feuer verzinktem Eisen, auf die ein Ring aus biegsamen Moniereisen und Weidenzweigen geflochten wurde. Damit die bis zum Nestrand aufgefüllten Holzhackschnitzel Halt haben, fixierte Christophersen am Nestboden eine Lage Maschendraht.

1,3 Tonnen ist das neue Storchennest schwer

Kurz nach neun Uhr hing am Mittwochmorgen der 1,3 Tonnen schwere und zwölf Meter lange Nest-Mast am Arm eines Teleskopkrans quer über der Dorfstraße. Fünf Mitarbeiter der SH Netz AG, die auf Anfrage kostenlos alte Strommasten mit einer Nestplattform versieht und aufstellt, manövrierten den Mast zu einem zwei Meter tief gebohrten Loch. Per Lot wurde der neue Nistplatz ausgerichtet. Bezugsfertig wartet es auf brutwillige Strochenpaare. Otto Christophersen hat schon eine Idee, wie das Weibchen heißen könnte: „Elke – wie meine Frau. Die ist Hebamme.“

Uhus und Seeadler konkurrieren mit den Störchen

Der Mast steht im Flora-Fauna-Habitat-Gelände „Vollstedter See“, in der Nähe sind der Vollstedter und der Emkendorfer See – das Futterangebot ist gut. „Im Sommer ist der hintere Bereich der Wiese, die wir zum Heu machen nutzen, häufig überschwemmt“, sagte Thekla Lisowski. Einzige Einschränkung: „Fressfeinde in der Nähe sind Uhus und Seeadler“, berichtete Holger Wenzel vom Förderverein.

Prognosen, wann das erste Storchenpaar an der Dorfstraße klappert, konnte Jürgen Lustig (60), seit 2012 Weißstorch-Gebietsbetreuer des Naturschutzbundes (Nabu), nicht abgeben. „In Felde wurde das Nest sofort nach dem Aufstellen bezogen.“ Im Kreis Rendsburg-Eckernförde haben Störche die Wahl: 180 Nester sind vorhanden, einige von ihnen sind allerdings verfallen.

Erste Störche sind aus dem Winterquartier zurückgekehrt

Klar ist: Der Termin zum Aufbau im Januar ist gut gewählt. „Die ersten Störche sind schon nach Erfde und Dithmarschen zurückgekehrt“, berichtete Jürgen Lustig. Den Grund für die ungewöhnlich frühe Rückkehr der Zugvögel aus dem Winterquartier im Süden kann der Hobby-Ornithologe nur vermuten: „Ich gehe davon aus, dass die Störche nicht mehr bis nach Spanien fliegen, sondern in Bayern überwintern.“

„2019 war ein gutes Storchenjahr, berichtete Jürgen Lustig. Der Nabu zählte 28 Horstpaare im Kreis Rendsburg-Eckernförde, 25 Paare brüteten, 67 Jungstörche wurden flügge.

Wer zurückkehrende Störche auf Horsten entdeckt, kann sie bei Jürgen Lustig melden, Tel. 04331/789420 oder über die E-Mail-Adresse j.lustig@t-online.de

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