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Rendsburg Hilfsangebot und sozialer Treffpunkt
Lokales Rendsburg Hilfsangebot und sozialer Treffpunkt
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13:20 17.12.2018
Von Sven Tietgen
Die Aktiven der Tafel geben nicht nur Lebensmittel an die Bedürftigen ab - sie kommen mit ihnen auch ins Gespräch. Quelle: Sven Tietgen
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Bordesholm

Eigentlich wissen die Bedürftigen an Hand farbig gekennzeichneter Zettel, zu welcher Uhrzeit sie sich an der Lebensmittelausgabe der Bordesholmer Tafel anstellen können. An die 20-minütigen Zeitfenster hält sich aber nur ein Teil der berechtigten Abholer. Oftmals stehen bereits um 9 Uhr morgens zahlreiche Menschen vor der Eingangstür am Lüttparten, während drinnen die rund 20 Ehrenamtlichen noch Obst, Brot oder Konserven sortieren.

Mehr als nur Lebensmittelverteiler

Gedrängt fühlen sich die Tafelmitarbeiter um Beate Kälbert aber nicht. „Die Ausgabestelle hat sich zum sozialen Treffpunkt entwickelt“, erzählt die Bordesholmerin, die seit Gründung der Tafel vor fast zehn Jahren als Leiterin fungiert. Die 40 Aktiven sind längst keine reinen Lebensmittelverteiler mehr. Zuhören sei angesagt, erklärt Beate Kälbert. Ob ältere Menschen, die oft einsam sind, oder Bedürftige, die es aus verschiedenen Gründen schwer in der Gesellschaft haben: Alle freuen sich über ein offenes Ohr bei den Tafelhelfern.

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Die mit Schürzen ausgestatteten Akteure hinter den Ausgabetresen leisteten einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft, betont die Leiterin. Sie spüren, wenn irgendwo größere Not ist – und das kommt bei den Bedürftigen auch an. So sagte kürzlich Beate Kälbert zu einem Kunden, der längere Zeit nicht da war, dass sie ihn schon vermisst habe. „Da hat der Mensch über das ganze Gesicht gestrahlt und gesagt, dass es das Schönste sei, was er seit Langem gehört habe.“ Man komme einfach ins Gespräch, und das schließt die Flüchtlinge mit ein.

Wichtige Integrationsarbeit

Für die Tafelleiterin ist das wichtige Integrationsarbeit. „Es geht um das Verständnis füreinander, um Nächstenliebe. Und wir freuen uns auch, wenn ein Asylbewerber dann sagt, God bless you. Das sind Momente, wo wir merken, da steckt Wertschätzung drin, das ist Motivation für alle Helfer“, erklärt sie. Mittlerweile gehören auch mehrere Flüchtlinge dem Helferteam an.

Jeden Freitag kommen rund 100 Abholer aus dem ganzen Amt Bordesholm, die für ihre Familien Lebensmittel erhalten. Rund 330 Kinder, Jugendliche und Erwachsene profitieren vom Angebot der Einrichtung, die vom Kirchengemeindeverband Bordesholm getragen wird. Das Team bemüht sich, dass alles gut funktioniert, aber es gibt ein Problem. „Wir haben zu wenige Waren, die Mengen reichen nicht, die Kunden müssen teilen“, erzählt Beate Kälbert.

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