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Rendsburg Reportage von der Tafel Flintbek
Lokales Rendsburg Reportage von der Tafel Flintbek
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06:40 18.12.2018
Heidi Diok ist seit vielen Jahren ehrenamtlich dabei, sie kennt den Geschmack der Tafelbesucher: "Geschnittenes Weißbrot geht am besten." Quelle: Sorka Eixmann
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Flintbek

Sie tun Gutes, finanzieren sich hauptsächlich durch Spenden und sind für viele Menschen der Ort, der ihnen beim Leben im wahrsten Sinn des Wortes hilft – die Rede ist von den Tafeln im Land. Auch in Flintbek sind Menschen bei der Tafel Flintbek aktiv. Ein Besuch in der Lebensmittelausgabe.

Frühe Schlange

Eine halbe Stunde vor der Öffnung bildet sich bereits eine kleine Schlange am Mühlenhof in Flintbek. „Das ist jeden Montag so, die ersten kommen sehr früh“, weiß Frank Hildebrandt, der Chef der Tafel Flintbek und auch der Vorsitzende des Landesverbands der Tafeln, der 2015 gegründet wurde. „Für viele ist die Tafel das Highlight der Woche“, fügt er hinzu. Seit 2008 besteht die Einrichtung in Flintbek, die ursprünglich eine Idee der Kirchengemeinde gewesen sei. In Höchstzeiten kamen bis zu 160 Menschen, die sich bei der Tafel mit Lebensmitteln versorgt haben.

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„Auch der Beginn der Flüchtlingskrise hat die Zahlen hochschnellen lassen. Aber inzwischen haben wir uns bei 35 bis 40 eingependelt“, sagt der 70-Jährige, der die Eingangskontrolle macht. Wer Unterstützung bekommt, hat einen Ausweis vorzulegen, der die Bedürftigkeit attestiert. „Jede Woche wird abgestempelt. Das heißt, man kann auch mit dem Ausweis zu einer anderen Ausgabestelle gehen, falls man im eigenen Ort vielleicht doch nicht gesehen werden möchte.“

Kieler Trägerschaft

Die Kosten für den Einkauf betragen einen Euro. Flintbek ist eine eigenständige Tafel in Trägerschaft der Tafel Kiel. Das bedeutet im Klartext: „Aus Kiel bekommen wir die Ware und auch die Logistik gestellt. Alles andere machen wir vor Ort.“ Damit ist Flintbek in bester Gesellschaft, denn rund 900 Tafeln in Deutschland sammeln „überschüssige“, aber qualitativ einwandfreie Lebensmittel und geben sie an 1,5 Millionen bedürftige Personen weiter. Die gute Nachricht in Flintbek: „Seit dem Umbau bekommen wir vom Edeka-Markt Hauschild Waren. Das ist toll, denn das ist ein kurzer Weg, wenn man von einem Geschäft vor Ort bedacht wird“, freut sich Hildebrandt.

Als bedürftig gelten alle Menschen, die nur über wenig Geld im Monat verfügen. Die Gründe können unterschiedlich sein: „Entweder bekommen sie nur eine kleine Rente, leben vom Arbeitslosengeld oder beziehen Sozialhilfe“, erklärt Hildebrandt. Im Angebot ist alles, was Menschen zum Leben brauchen: Obst, Gemüse, Brot, Konserven und vieles mehr. Mit großen Taschen rücken die Tafel-Kunden an, einige sind sogar mit kleinen Rollwagen ausgerüstet.

Ein paar nette Worte

Seit vielen Jahren ist Heidi Dick ehrenamtlich dabei, sie weiß, was gern genommen wird: „Geschnittenes Weißbrot ist immer ein Renner.“ Nebenan packt Kai Dräger Gemüse in die hingehaltenen Taschen, „Rosenkohl wird nicht so gern genommen“, kennt auch er die Vorlieben der Tafel-Kundschaft. „So unterschiedlich die Menschen auch sind, so gleich ist doch ihre Bedürftigkeit“, sagt Hildebrandt. „Mann, Frau, jung, alt, alle Nationalitäten, bei uns sind alle. Und zu den Lebensmitteln bekommen sie ein paar nette Worte oder einen kleinen Plausch drauf zu.“

Spendenkonto: Das Spendenkonto von „KN hilft e.V.“ bei der Förde Sparkasse lautet: DE05 2105 0170 1400 2620 00

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Von Sorka Eixmann

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