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Rendsburg Kostenerhöhung trifft die Bewohner
Lokales Rendsburg Kostenerhöhung trifft die Bewohner
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15:15 20.09.2017
Von Gunda Meyer
Horst Fahrenbach findet die Erhöhung der Pflegesätze unmenschlich. Quelle: Gunda Meyer
Nortorf

„Das ist ein Schlag in die Magenkuhle“, sagt Horst Fahrenbach. Der 91-Jährige ist im Mai dieses Jahres freiwillig ins Haus Simeon eingezogen, um die letzten Monate seiner Frau gemeinsam mit ihr verbringen zu können. Er hat Pflegestufe Zwei und bekommt eine monatliche Rente von rund 1800 Euro. Sein Eigenanteil zur Pflege steigt von 1238 auf 1757 Euro, um ganze 42 Prozent. „Wenn meine Frau nicht vor vier Wochen gestorben wäre und ich ihren Beitrag auch noch hätte zahlen müssen, wären wir im Januar pleite gewesen.“ Nun reiche sein Geld gerade einmal dafür, um seine Kosten zu zahlen.

Fahrenbach ist kein Einzelfall. „Für einige Senioren ist eine Welt zusammengebrochen, sie haben ihr Leben lang gearbeitet und rutschen dadurch nun in die Sozialhilfe ab“, sagt Günter Kohl, Vorsitzender des Bewohnerbeirats.

Diakonie: Es gab keinen anderen Weg

„Uns ist bewusst, dass die Erhöhung massiv und schmerzhaft für die Menschen ist. Aber es gibt keine andere Möglichkeit, um das Haus Simeon wieder auf eine solide Basis zu stellen“, sagt Christine Noack, Sprecherin der Diakonie Alholstein. Der Träger hat die Senioreneinrichtung im Oktober vergangenen Jahres von der Imland GmbH gekauft. Diese hatte ihre Einrichtungen in Nortorf, Jevenstedt und Altenholz verkauft, weil sich diese nicht rentierten.

Hauptgrund für die Erhöhung sind die hohen Personalkosten, die 80 Prozent der Gesamtkosten ausmachen. Die Pflegefachkräfte wurden beim Trägerwechsel übernommen und werden auch weiterhin nach Tarif bezahlt. „Jede Fachkraft ist gut ausgebildet und ihr Geld wert, wir wollen an dieser Qualität festhalten“, so Noack.

Eine Erhöhung in Schritten wurde abgelehnt

Auch Kohl macht deutlich, dass formaljuristisch an der Erhöhung nichts zu beanstanden sei, der Bewohnerbeirat forderte aber, die Erhöhung erst ab 1. November und in drei Schritten vorzunehmen. „Das haben die Pflegekassen und Sozialhilfeträger abgelehnt“, sagt Noack.

Für die Bewohner, denen bereits bei einer Informationsveranstaltung Anfang September die Sachlage geschildert wurde, bietet die Diakonie nun Hilfen in Einzelgesprächen an. Die Bewohner hätten auch ein Sonderkündigungsrecht, „aber wir wollen niemanden verlieren“.

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