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Rendsburg Jan Graf neuer Niederdeutsch-Referent
Lokales Rendsburg Jan Graf neuer Niederdeutsch-Referent
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12:00 27.03.2019
Jan Graf ist neuer Referent für Niederdeutsch beim Schleswig-Holsteinischen Heimatbund in Molfsee. Quelle: Sorka Eixmann
Molfsee

Obwohl: So „neu“ ist Jan Graf natürlich nicht, denn besonders in plattdeutschen Kreisen ist der 45-Jährige bekannt. Geboren wurde Graf in Buxtehude, laut eigener Aussage ist er „hochdeutsch aufgewachsen, aber ländlich geprägt“. Für ihn steht fest: „Heute sehen wir den Wert von Mehrsprachigkeit deutlicher als früher, dazu gehört auch Plattdeutsch“, sagt Graf. Daher freut er sich besonders auf seine neuen Aufgaben, denn für ihn ist klar: „Schleswig-Holstein ist ein Sprachenland. Wir haben hier unter anderem Friesisch, Plattdeutsch, Dänisch - das ist doch wunderbar.“

Als NDR-Redakteur etabliert

Über das Studium kam Jan Graf nach Kiel, hat dann auch noch ein Jahr beim schwedischen Rundfunk gearbeitet und sich dann für mehr als 20 Jahre beim NDR als Redakteur etabliert. Eine weitere Ausbildung als staatlich geprüfter Logopäde hat er ebenfalls abgeschlossen.

Doch nun hat er den sicheren Platz in der Medienwelt gegen das Büro im Kutschenhaus am Freilichtmuseum getauscht. Eine neue Herausforderung, die viel unterschiedliche Arbeitsfelder beinhaltet. „Dazu gehört natürlich Gremienarbeit, unter anderem gehöre ich dem Beirat im Landtag an und bin in der AG Medien und Bilder aktiv“, zählt Graf auf.

Er ist Mitglied in der Jury vom Literaturpreis der Stadt Kappeln, eines seiner Projekte heißt „Schölers leest platt“, „Da werden rund 1000 Schulen des Landes angeschrieben, auch müssen entsprechend viele Texthefte versendet werden. Es gibt genug zu tun“, schmunzelt Jan Graf, der vielen auch als Poetry-Slammer und Musiker bekannt ist.

Bewährtes bewahren

„Ich organisiere Seminare zum Thema plattdeutsch schreiben“, zählt der Vater von vier Jungen weiter auf. Warum ihn die Arbeit beim Heimatbund interessiert? „Wir setzen darauf, Bewährtes zu bewahren. Das finde ich sehr wichtig. Die Sprache hat eine große Geschichte, auch Plattdeutsch ist eine Literatursprache, die sich nicht verstecken muss“, betont er. Voraussetzung dafür, Kinder bilingual aufwachsen zu lassen, sei eine gute Beherrschung des Hochdeutschen.

Für sein neues Projekt sucht Jan Graf noch Unterstützung. Geplant ist ein holsteinisches Liederbuch, an dieser großen Liedsammel-Aktion kann jeder mitwirken. „Entstehen soll ein ’Liederaturbuch’ als spannendes Singe-, Bilder- und Lesebuch auch für Menschen, die nicht täglich singen, aber an Heimat und Musik interessiert sind“, erklärt Graf. Dabei soll der Inhalt breit gefächert sein, von historischen Balladen bis hin zu Hip Hop oder Rap, natürlich in allen Sprachformen von Hochdeutsch, Platt, Friesisch, Sønderjysk oder auch Dänisch.

Spannendes Bilder- und Lesebuch

Das Besondere daran: „Zu den Liedern werden jeweils in Schrift und Bild die Entstehungsgeschichten erzählt oder auch regionale Varianten oder aktuelle Neubetextungen vorgestellt und kleine Begebenheiten geschildert. So entsteht nicht nur ein Liederbuch, sondern auch ein spannendes Bilder- und Lesebuch, eben ein Liederaturbuch.“ Jan Graf hofft auf viele Einsendungen.

www.sh-singen-heute.com

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Von Sorka Eixmann

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