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Rendsburg Bordesholmer Linde wird abgesägt
Lokales Rendsburg Bordesholmer Linde wird abgesägt
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18:31 14.06.2018
Von Frank Scheer
Die historische Gerichtslinde in Bordesholm: Am Dienstag ist ein riesiger Ast vom Hauptstamm abgebrochen. Glücklicherweise hielten sich keine Menschen in dem Bereich auf. Quelle: Frank Scheer
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Bordesholm

Seit Jahren schwächelt die Sehenswürdigkeit, die Wappensymbol der Gemeinde Bordesholm ist. Die als Naturdenkmal geschützte Winter-Linde, die zu den ältesten und bekanntesten Bäumen im Land gehört, litt unter dem Brandkrustenpilz – deutlich sichtbar sind seine Spuren auch im Holz des abgebrochenen Stamms zu sehen.

Es gab keine Alternative zum Kahlschnitt

„Meine Entscheidung tut mir in der Seele weh, und es ist wirklich traurig. Aber etwas anderes als den Radikalschnitt kann ich nicht verantworten“, sagte Ingwersen: Nach dem Abbruch eines Hauptstamms auf die Zufahrt zum Altenpflegeheim Klosterstift drohte die andere Baumseite trotz dreifacher Stützen auf die Straße zu kippen. „Meine Entscheidung war alternativlos. Wir können von Glück reden, dass niemand auf der Rundbank unter der Linde gesessen hat.“

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Der Stamm und ein Ast stehen noch

 Riesiges Glück hatte eine Radfahrerin, die kurz vor dem Astbruch über den Lindenplatz fuhr. Die Frau meldete den Vorfall der Polizei, die den Lindenplatz für den Verkehr sperrte. Die Feuerwehr rückte mit dem Drehleiterwagen, Mitarbeiter des Technischen Betriebshofs sägten nach und nach die Linde herunter. Bis gestern Nachmittag blieben der Stamm und ein Ast bis auf Höhe der drei noch bestehenden Stahlstützen stehen. „Die Politik muss jetzt entscheiden, was passieren soll. Ob der Stamm der Linde als Denkmal stehen bleiben soll oder ein neuen Wappenbaum gepflanzt werden soll“, sagte Amtsdirektor Heinrich Lembrecht. In der kommenden Woche wird auch der Baumsachverständige Prof. Dirk Dujesiefken, der die Linde seit Jahren pflegerisch betreut, vor Ort sein. „Zurzeit ist er leider in Wien“, so Ingwersen.

Nach einem Astabbruch wurde das Bordesholmer Naturdenkmal radikal eingekürzt.
Hans-Jürgen Jensen 14.06.2018
Torsten Müller 29.05.2018
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