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Rendsburg Gnutz will jetzt keine Windräder
Lokales Rendsburg Gnutz will jetzt keine Windräder
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16:02 12.03.2019
Von Beate König
Die Sondergenehmigung für zwei Windkraftanlagen, die ein Unternehmen im Gemeindegebiet von Bürgermeister Markus Mehrens bauen wollte, wurde abgelehnt. Quelle: Beate König
Gnutz

Die Firma Windkraft Nord AG (WKN) hatte einen Bauantrag für eine Windmühle mit 125 Meter Nabenhöhe und für eine weitere mit 112 Meter Nabenhöhe gestellt. Der Windpark war laut des zweiten Entwurfs des Regionalplans vom August 2018 in einem Vorranggebiet für Windenergienutzung geplant, das südlich der Siedlung „Im Umland“ und westlich der Landesstraße L 141 und der Siedlung „Viert“ liegt.

Seit 2011 ein Thema für Gnutz

Der Bau von Windenergie-Anlagen ist seit 2011 Thema für Gnutz. Damals sprachen sich mehr als 60 Prozent der Einwohner gegen Windmühlen am Dorf. Beim ersten Entwurf der Landesplanung für Windeignungsflächen 2016 waren im Osten von Gnutz an der Grenze zu Timmaspe Eignungsgebiete ausgewiesen worden. Die Größe Eignungsgebiete wurde von der Landesplanung zwischenzeitlich verringert. 2017 hatten sich die Gemeinde und Landbesitzer bei Bauplänen für Windmühlen westlich des Dorfs in Richtung Heinkenborstel für ein Pacht-Pool-Modell entschieden, bei dem alle Besitzer von Land im überplanten Flurstück anteilig am Gewinn beteiligt werden würden.

Bauen nur mit städtebaulichem Vertrag

Bauausschussvorsitzender Bernd Rohwer berichtete, im aktuellen Antrag der WKN habe ein städtebaulicher Vertrag zwischen der Firma und der Gemeinde gefehlt. „Es kann nur zu unseren Bedingungen und mit einem städtebaulichen Vertrag gebaut werden“, erklärte Rohwer. Zum Stand der Planungen berichtete er: Am 30. November 2018 sei der WKN-Antrag von der Landesplanung geprüft worden, am 10. Januar 2019 habe das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) das Genehmigungsverfahren eröffnet.

Schattenschlag ist Thema

Rohwers argumentierte für eine Zustimmung: Wenn die Gemeinde jetzt für den Bau von Windkraftanlagen entscheide, würden auf dem Gebiet keine weiteren gebaut. Eine Ablehnung des Antrags könnte zur Folge haben, dass die Mühlen über ein privilegiertes Bauverfahren gegen den Willen der Gemeinde errichtet werden.

Anwohner Timm Tietje reagierte wütend: „Ihr wisst doch gar nicht, wie der Schattenschlag von einer 200-Meter-Mühle aussieht. Ihr werdet Fakten schaffen, wenn ihr zustimmt.“

Regionalplanentwurf ist im laufenden Verfahren

Gemeindevertreterin Frauke Hammerich machte sich für eine Ablehnung stark. „Alles ist noch offen. Der Regionalplanentwurf ist im laufenden Verfahren. Die Ausnahmegenehmigung wurde von der WKN außerhalb des laufenden Verfahrens beantragt. Wir können sagen, dass wir keine Ausnahmegenehmigung wollen. Warum sollten wir der zustimmen? Wir haben keinen Handlungsbedarf.“

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