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Rendsburg Traum vom Hof-Café ausgeträumt?
Lokales Rendsburg Traum vom Hof-Café ausgeträumt?
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18:15 25.06.2018
Kirsten Seemann und Dieter Mordhorst müssen das Gut Blockshagen verkaufen. Quelle: Sorka Eixmann
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Mielkendorf

Seemann und Mordhorst erinnern sich noch gut an die Eröffnung. Rund 460000 Euro hatten sie in das Projekt gesteckt, 110 000 Euro waren Fördermittel von der Aktivregion Mittelholstein. „Es begann alles sehr gut, das Café wurde super angenommen“, sagt Seemann. Sie ist für das Essen im Café zuständig. Außenterrasse, Streichelzoo, Fahrradstation: „Arbeiten rund um die Uhr, das haben wir gern gemacht, weil es unser Traum war“, sagt sie.

1999 übernahm Mordhorst nach eigenen Worten den Betrieb von seinen Eltern aus einer drohenden Zwangsversteigerung mit 300000 Euro Schulden und 60 Hektar Land. „An meine Geschwister gingen das schuldenfreie Altenteiler-Haus und ein 5000 Quadratmeter großes Grundstück an der Eider“, sagt er. In den folgenden Jahren gab es viel zu tun auf dem maroden Gut Blockshagen.

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Aufgrund der hohen Nachabfindungsforderungen wurde Insolvenz angemeldet

Seit 2008 strukturierte Mordhorst um: „Wir haben auf vier Säulen gesetzt: Verpachtung von Wohnungen, Fotovoltaik, mein eigenes Gehalt und das Hofcafé.“ Dann die entscheidende Wende: Gerichte entschieden laut Mordhorst, dass seinen Geschwistern und seiner Mutter weitere Entschädigungen zustehen. Mordhorsts Problem: „Dieser Betrieb mit seinen großen Investitionen hat in der kurzen Zeit noch keine Rücklagen bilden können, um Nachabfindungen tragen zu können.“ Dieter Mordhorst und Kirsten Seemann mussten 2017 Insolvenz anmelden.

Es habe Mediationen und auch eine Gerichtsverhandlung gegeben, eine Einigung sei nicht erzielt worden. „Ich habe jedem meiner Geschwister 60000 Euro angeboten aus einem weiteren Landverkauf. Aber das Angebot wurde als zu gering abgelehnt“, erläutert Mordhorst. Seine Familie wollte sich auf Nachfrage der Kieler Nachrichten nicht äußern.

14 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz

Heinz-Dieter Gröning ist Regionalmanager der Aktivregion Mittelholstein, die ihren Sitz in Bordesholm hat. Er ist überrascht über die Vorgänge in Mielkendorf. „So einen Fall hatten wir noch nicht. Das ist besonders tragisch, weil das Hofcafé Gut Blockshagen eine wirklich super Sache war. Das war ein ganz tolles Projekt, der Hof wurde so schön hergerichtet.“ Es sei entsetzlich, dass innerfamiliäre Probleme so ein Projekt enden ließen, sagt Gröning. Inwieweit Fördermittel zurückgezahlt werden müssten, wisse er nicht. „Ich kenne die Details aus dem Zuwendungsbescheid nicht, das ist auch schon aus einer alten Förderperiode. Das muss ich erst im Detail recherchieren“, erklärte er.

Inzwischen steht das Gut zum Verkauf. 650000 Euro für Gut und Nebengebäude, 350000 für das Einfamilienhaus – bis zum 20. Juli können Angebote abgegeben werden, bis zum 31. Juli steht das Angebot. Danach steht die Zwangsversteigerung an. „Das ist das Ende für dieses wunderschöne Projekt“, sagt Kirsten Seemann, Dieter Mordhorst nickt. „Nicht nur wir verlieren hier etwas, das mit Herzblut entstanden ist, auch 14 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz.“

Von Sorka Eixmann

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