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Rendsburg Silvester ohne Angst
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16:07 28.12.2018
Dogge Fluse ist entspannt - weder Luftschlangen noch Raketen stören den Hund von Marc Lindhorst am Silvestertag. So sollte es in einer guten Mensch-Hund-Beziehung sein. Quelle: Sorka Eixmann
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Mielkendorf

Lindhorst ist Coach der DOGS-Hundeschule in Mielkendorf und bereits 2005 nach der Trainingsphilosophie von Martin Rütter ausgebildet. Seitdem hilft er Hundehaltern auf dem Weg zu einer harmonischen Beziehung zu ihrem Vierbeiner. Und kennt Tipps und Tricks, um entspannt durch die Silvesternacht zu kommen.

Das Lindhorstsche Rudel besteht aus drei Hunden: Dogge Fluse ist sechs Jahre alt, Herr Doktor ist ein achtjähriger Pudel und Seniorin Pina ist 13 Jahre alt. „Wir haben mit allen Dreien keine Probleme was den Lärm in der Silvesternacht angeht. Damit werden unsere Hunde ganz normal groß“, sagt Lindhorst, der natürlich weiß, dass das nicht in jedem Hundehaushalt klappt.

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Erste Hilfe für den Tag

„Was ich so kurzfristig empfehle, das ist jetzt quasi erste Hilfe für den Tag. Eigentlich sollte man sich die anderen 364 Tage Gedanken machen, wie man seinem Hund die Angst nimmt“, betont Lindhorst in dem Zusammenhang, der an den Volkshochschulen auch entsprechende Vorträge anbietet. Beispielsweise kann die Gabe eines Nahrungsergänzungsmittels wie Adaptil kurzfristig helfen. „Darin ist Serotonin enthalten, das wir als Glückshormon kennen. Ein ängstlicher Hund hat vermutlich auch einen verringerten Serotonin-Spiegel, mit dem Ergänzungsmittel kann der Spiegel erhöht werden. Allerdings nicht erst eine Stunde vor Mitternacht.“

Alternativ gibt es auch Halsbänder, die beispielsweise Pheromone ausschütten. „Das soll entspannen, weil es bei der Mutterhündin auch passiert, wenn sie laktiert. So etwas empfehle ich nur beim ersten Silvester für einen Hund, das ist keine Dauerlösung.“

Der beste Weg ist ein entspannter Hund

Der beste Weg für alle Beteiligten ist ein entspannter Hund. Dafür braucht es allerdings etwas mehr, „Es hat natürlich viel mit dem Halter zu tun. Wenn der Hundebesitzer an Silvester schon Stress hat, merkt das der Hund und bekommt selbst Stress. Und das merkt wiederum der Hundehalter und so schrauben sie sich gegenseitig hoch“, kennt Lindhorst die Probleme. „Ein Hund mit einer stabilen Persönlichkeit wird sich auch durch das Geknalle nicht ängstigen, er orientiert sich an seinem Frauchen.

Wenn Hunde etwas nervöser sind, kann man ihnen einen schönen Rückzugsort herrichten, an dem sie sich wohlfühlen. Dazu gibt es dann was Leckeres zu Kauen, denn Kauen entspannt und löst ein Wohlgefühl aus. Gleichzeitig ist der Vierbeiner beschäftigt“, rät Lindhorst.

Auf eine Insel mit Raketenverbot

Allerdings gelten diese Regeln nicht bei Angsthunden. „Angst-Hunde brauchen eine Therapie, die ist langwierig. Da rechnen wir mit einem Jahr und mehr.“ Dann sei es besser, den Hund ins Auto zu packen und Silvester auf der Autobahn zu verbringen oder gar auf eine der Inseln zu fahren, wo Raketen verboten sind. „Dabei drauf achten, dass das Tier doppelt gesichert ist. Wenn ein Angsthund in Panik weg läuft, kann es sein Todesurteil sein.“

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Von Sorka Eixmann

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