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Rendsburg Hunde an die Leine - Tierbabys sind da
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11:56 12.03.2020
Von Sorka Eixmann
Sehr niedlich sind die Frischlinge - aber wehe, wenn die Bache das Gefühl hat, sie müsse ihren Wildschwein-Nachwuchs verteidigen. Dann kann es gefährlich werden - für Mensch und Hund.  Quelle: Landesjagdverband
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Flintbek

Genau daran scheitern offenbar im Bereich Flintbek derzeit viele Hundehalter. „Wir haben Anzeigen von Bürgern bekommen, die in den vergangenen Tagen freilaufende Hunde in Wald und Flur beobachtet haben“, erklärt Dirk Hagenah vom Amt für Bürgerdienste.

Einer von ihnen ist Helmut Groß. Er ärgert sich über das nachlässige Verhalten der Hundehalter. „Im Krähenwald, am Meilensteinweg, in der Hörn und vom Parkplatz am Freibad kommen auch Hundehalter aus dem Umland der Stadt Kiel und lassen ihre Hunde frei laufen. In dem gesamten Gemeindegebiet ist eine Zunahme an Hundekot auf den Geh- und Wanderwegen festzustellen“, berichtet er. Und fügt hinzu: „Meine Bitte ist, dass die Gemeinde die rechtlichen Vorschriften im Gemeindeboten veröffentlicht. Denn gerade in der Setzzeit der Jungtiere ist für frei laufende Hunde kein Platz in der Natur.“

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Rechten und Pflichten auf der Homepage

Die Gemeinde Flintbek hat auf ihrer Homepage eine Hundefibel. „Dort ist alles aufgeschrieben, was Rechte und Pflichten für Hundehalter beinhaltet“, erklärt Hagenah. Er hofft auf die Einsicht der Hundehalter, besonders was die Rücksichtnahme auf die Natur und die Wildtiere betrifft.

Marcus Börner, Geschäftsführer beim Landesjagdverband in Flintbek, kennt die Problematik, die jedes Jahr wieder auftaucht. „Der Reiz mag groß sein, einen einsamen Junghasen anzufassen oder mitzunehmen. Diese falsch verstandene Tierliebe macht Wildtierkinder erst zu Waisen. Denn Rehe oder Feldhasen lassen ihren gut getarnten Nachwuchs die meiste Zeit des Tages allein – als Schutz vor Fressfeinden wie dem Fuchs“, erklärt Börner.

Wildtiere mit Fernglas beobachten

Und er hat einen Rat: „Wir raten Naturliebhabern, Wildtiere aus sicherer Distanz mit dem Fernglas zu beobachten. Noch bis Ende Juli ist die Kinderstube Natur voll besetzt: Auch Küken von Stockente, Feldlerche oder Fasan bevölkern Wiesen und Äcker, es gibt viel zu sehen.“

Die Gefahr lauert bei Ausflügen abseits der Wege: Nester, Küken und andere Jungtiere nehmen Schaden. Auch wenn der Hund nur kurz am Junghasen schnüffelt, wird die Hasenmutter das Junge nicht mehr annehmen, und es verhungert elend. Wildtiere können sich gut in der Natur verstecken und tarnen. Hohes Gras, Schilf oder Dickicht sind ideale Verstecke für den Nachwuchs von Nestflüchtern. Dazu gehören beispielsweise Rebhuhnküken - sie sind ebenso gut getarnt wie junge Hasen.

Vorsicht: Wildschweine verteidigen ihre Frischlinge

Bereits kurz nach der Geburt sind diese Tiere selbstständig und ihre Sinne und Reflexe voll entwickelt. Bei Gefahr verharren sie regungslos. Dieses Verhalten ist überlebenswichtig. Jungtiere wie Kitze sind mehrere Stunden täglich allein und werden nur zum Säugen von der Ricke aufgesucht. Auch Junghasen besucht die Mutter nur für zwei Mahlzeiten Milch am Tag.

Etwas anders sieht es bei Wildschweinen aus. Die verstecken ihren Nachwuchs zwar auch, gern im Schilf oder Brombeerdickicht, aber wenn sich ungebetene Besucher in dieses Kinderzimmer verirren, verteidigen Bachen ihre Frischlinge ohne zu zögern. „Da gilt wirklich, Menschen und Hunde sollten auf Wegen bleiben“, betont Börner. „Mit Wildschwein-Müttern ist nicht zu spaßen.“

Das rät der Landesjagdverband

Drei Tipps für Naturbesucher gibt es vom Landesjagdverband: Unter dem Motto „Schauen Ja, Anfassen Nein!“ ist man als Naturfreund gern gesehen in Wald und Flur. Das bedeutet: Naturbesucher sollten quicklebendige Wildtierkinder nicht berühren oder mitnehmen. Einsam bedeutet nicht hilflos: Die gut getarnten Jungtiere entgehen so hungrigen Fleischfressern wie dem Fuchs. Bitte auf den Wegen bleiben, denn Jungtiere und Nester sind schwer zu sehen. Und wenn, dann ist es oft zu spät. Menschen sind nur zu Besuch in der Kinderstube Natur, entsprechend umsichtig sollten sie dort auch agieren. Hunde anleinen, denn in jedem Hund steckt noch ein bisschen Wolf. Deshalb sollte er beim Spaziergang im Einflussbereich bleiben – notfalls an der Leine.

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