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Rendsburg Wie bei der großen Post, nur enger
Lokales Rendsburg Wie bei der großen Post, nur enger
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17:30 31.03.2015
Von Cornelia Müller
Jetzt gibt es eine wieder eine Postfiliale mit Bankdienst. Jens Petersen (rechts) wird von Wilfried Tams eingearbeitet. Quelle: Cornelia Müller
Altenholz

M in Gelb oder L mit bunten Streifen? Wie groß muss das Packset für die Ostergeschenke sein? Kommt es rechtzeitig an? Wie hoch ist das Porto für Kompaktbriefe? Fragen über Fragen. Doch Jens Petersen bleibt ruhig, und die Kunden lächeln aufmunternd. „Wir sind so froh, dass wir Sie und die Post haben!“, hört er am Dienstag unzählige Male.

Er und Ehefrau Anke sowie Mitarbeiterin Jutta Schreiner haben eine Woche Beistand in ihrem kleinen Verkaufscontainer neben der Apotheke am Ostpreußenplatz. Wilfried Tams von der Deutschen Post, der die externen Filialen in Rendsburg-Eckernförde, Kiel und Schleswig betreut, arbeitet die neuen Postler ein. Anke Petersen nimmt parallel an der Postbankschulung teil.

Wühlig ist es an diesem ersten Morgen, an dem Buchhandlung, Zeitschriften-, Schreibwaren-, Süßigkeiten-, Zigarettenverkauf, Lotto und der neue Brief-, Paket- und Bankdienst auf gefühlten drei Quadratmetern erstmals parallel laufen. Alle zwei Minuten öffnet sich die Tür, wird ein Rollator herein geschoben oder ein Kinderwagen vor der Tür geparkt, bestellen Schüler Bücher für den Unterricht nach den Ferien. Ein Herr schlängelt sich im Slalom um die Regale und legt sein Paket brav auf die neue Postwaage. „Ist ja wie bei der großen Post“, sagt er anerkennend.

Wilfried Tams staunt, wie viel gleichzeitig auf engstem Raum funktionieren kann. „Und alle sind so freundlich“, wundert er sich. Petersen nickt. „Ohne diese tollen Kunden wäre alles nichts“, bestätigt er. „Ohne die Stifter hätten wir den Kopf nach dem Brand in der Ladenzeile in den Sand gesteckt. Vielleicht hätten wir einen größeren Container als Übergangsquartier nehmen sollen?“ Tatsächlich brauchen Petersens noch Geduld. Wie Bäckerei Steiskal und Blumen Kalinka, die auch in Containern arbeiten, wollen sie in einem künftigen Neubau wieder einen Laden eröffnen. Mitte April wird die Ruine abgerissen.

Aus dem Gebäude gegenüber vom Herrenhaus dringt Baulärm. Hier, wo früher ein italienisches Restaurant zu Hause war, zieht das ebenfalls mit ausgebrannte „Hellas“ ein. Gastronom Lazaros Kostas, Ehefrau Dafne und Bruder Spiridou sind guten Mutes. „Im Mai eröffnen wir“, sagt der neue Inhaber stolz. Dass man vor lauter Hämmern, Schleifen, Bohren gerade sein eigenes Wort nicht versteht, tut seiner Freude spürbar keinen Abbruch. 235 Quadratmeter Gastraum, unterteilt durch Wände mit Durchblicken, dazu eine große Terrasse – was will man mehr? Die Hauseigentümer lassen es ganz nach seinen Wünschen umbauen. „Der Zwangsumzug ist jetzt unser Glück“, setzt er strahlend hinzu. Die griechische Leichtigkeit hat ihn wieder. Und die Möbel mit dem sommerlichen Flair sind längst bestellt – aus dem sonnigen Griechenland.

Petersen Bücher, Zeitschriften, Post, Postbank, Mo-Do 7-13 u. 15-18 Uhr, Fr 7-18 Uhr, Sa 8-13 Uhr