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Rendsburg Blumenwiese statt Grabfelder
Lokales Rendsburg Blumenwiese statt Grabfelder
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20:15 29.07.2019
Von Frank Scheer
Pastor Henry Koop (sitzend auf der Bank) und Küster Jörg Britschin präsentieren die Blumenwiese, die auf einem ehemaligen Grabfeld gepflanzt wurde. Quelle: Frank Scheer
Brügge

Die Lücken in Brügge sind bereits deutlich sichtbar – im Frühjahr ist eine ehemalige Gräberfläche zu einer bienenfreundlichen Blühfläche mit Sitzbank umgewandelt worden. Diese Saat wird auch auf Gräbern, die jahrelang nicht mehr gepflegt wurden, eingesetzt. Der Trend nach unten zwingt die Kirchen, die das Bestattungswesen für die Kommunen überwiegend organisieren, nicht nur gärtnerisch zum Umdenken, auch in puncto Verwaltung. „Ob man sich Molfsee, Flintbek, Schulensee, Bordesholm oder Bokhorst anschaut: Überall nimmt die Zahl der Bestattungen ab, die Kosten steigen. Es wird schon über ein Bestattungswerk nachgedacht. Die Idee ist, dass eine Stelle mehrere Friedhöfe managt. Aber soweit ist es ja noch nicht. Und da würde viel an persönlicher Betreuung in den einzelnen Kommunen verlorengehen“, so der Theologe, der seit 1993 die St. Johanniskirchengemeinde mit den sechs Kirchspieldörfern betreut.

Erdbestattung unter Birnbaum in Brügge

Koop, ist ein Verfechter der ursprünglichen Friedhofskultur. „Eine Struktur wie früher mit Grab an Grab ist natürlich nicht mehr zeitgemäß. Friedhöfe sollten Parkanlagen ähneln und können so auch ein Ort der Erinnerung und Trauer sein.“ Mit verschiedensten Möglichkeiten komme man bereits den sich verändernden Ansprüchen entgegen: Urnen können mit Grabstein, halbanonym oder anonym in Gräbern, in Feldern und unter Bäumen beigesetzt werden. 20 Jahre beträgt die Laufzeit für ein solches Grab. 30 Jahre müssen Angehörige dagegen ein Erdgrab behalten und pflegen (lassen). Neu ist seit diesem Jahr auch eine Erdbestattung unter einem Birnenbaum.

Blumenwiese auf Erweiterung des Friedhofs

Die gesunkenen Bestattungszahlen sind aber auf dem Areal Am Kirchhof nicht zu übersehen. Mit dem Küster Jörg Britschin präsentierte Koop die 1975 eingeweihte Erweiterung des Friedhofs. „Ursprünglich gab es hier mal vor mehr als 40 Jahren vier Reihen Gräber mit einem Weg dazwischen. Neue Bestattungen gibt es hier schon lange nicht mehr, Rasen hat die Trassen dazwischen unkenntlich gemacht. „Wir versuchen, die Grabflächen auf dem Hauptfriedhof zu konzentrieren“, so der Küster. Damit der Erweiterungsteil nicht zu trostlos erscheint, ist von Kirchenvorstandsmitglied Claudia Unger eine 50 Quadratmeter große Fläche, auf der vor Jahrzehnten mal Gräber gestanden haben, im Frühjahr 2019 zu einer Blühwiese umgewandelt worden. Eine Bank lädt dort zum Verweilen ein.

"Wer erbt, kann auch pflegen"

25 bis 35 Beerdigungen gibt es momentan in Brügge pro Jahr und das Verhaltnis von Erd- zu Urnenbestattungen liegt bei einem zu zwei Dritteln. Früher gab es deutlich mehr und das Verhältnis war umgekehrt. „Die Abwanderung in die Privatwirtschaft in Ruheforste und Meere ist schrecklich“, machte der Theologe deutlich. Wie viele dies pro Jahr sind, schätzt die Kirchengemeinde auf 10 bis 20. Familienangehörige argumentierten, der Verstorbene habe eine solche anonyme Bestattung gewünscht oder die Pflege einer Grabstätte sei für sie selbst nicht leistbar. Er appellierte: „Wer erbt, kann auch auch pflegen.“ Oft kämen Angehörige allerdings nach einer anonymen Wald- oder Seebestattung nach einiger Zeit ins Kirchenbüro und wünschten doch einen „Ort zum Erinnern“. Die Kirche kommt diesem Wunsch mit einer Namenstafel auch nach.

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