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Rendsburg Windrad wird 200 Meter hoch
Lokales Rendsburg Windrad wird 200 Meter hoch
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00:23 09.02.2015
Von Rainer Krüger
Andreas Betz, Landrat Rolf-Oliver Schwemer, Kai Froböse, Karsten Penner, Torsten Levsen, Jens-Peter Frank und Ramon Hiemcke (von links) feiern Einweihung. Quelle: Rainer Krüger
Holtsee

„Die Anlage ist ein Prototyp für windschwache Standorte“, erklärte Kai Froböse, Geschäftsführer des Windradbauers Senvion Deutschland, am Freitag bei der Einweihung des Turms. Er war froh, dass sich die Anlage Senvion 3.0 M122 nahe am Firmenstandort in Osterrönfeld befindet. Der eingeweihte Turm stammt direkt aus der Nachbarschaft von Senvion aus der Niederlassung der Firmengruppe Max Bögl in Osterrönfeld. Diplom-Ingenieur Karsten Penner vertrat das Bauunternehmen auf der Feier.

 Dass zwei Firmen aus der Region am Projekt beteiligt sind, sah Torsten Levsen positiv. Levsen ist Vorstandsvorsitzender des Windparkbetreibers Denker & Wulf aus Sehestedt. Er ordnete das Projekt in einen größeren Rahmen ein. Denn bereits 2010 war er am Aufstellen einer Wertschöpfungsanalyse durch das Ausweisen neuer Windeignungsflächen im Kreis beteiligt. Sie habe damals ergeben, dass durch neue Windanlagen binnen 20 Jahren nach deren Inbetriebnahme eine Wertschöpfung von 213 Millionen Euro ausgelöst werden könnte. Levsen verwies darauf, dass bis Ende des Jahres wohl 80 Prozent der damals angedachten Projekte umgesetzt sein dürften. Das bedeute gut 160 Millionen Euro Wertschöpfung.

 Schwemer würdigte die konstruktive Zusammenarbeit mit den Beteiligten. Die Folgen des Oberverwaltungsgerichtsurteils zur Windkraft im Januar könne er noch nicht vollkommen absehen. Durch die Entscheidung in Schleswig wurde die bisherige Planungsgrundlage für Projekte hinfällig. Dessen ungeachtet betonte Schwemer, dass es zukünftig darum gehe, im Kreis die Energiewende zu schaffen. Dieses Ziel sahen auch Amtsdirektor Andreas Betz sowie Holtsees Bürgermeister Jens-Peter Frank (SPD) und der stellvertretende Bürgermeister Ramon Hiemcke (CDU).

 Das 200-Meter-Rad ist laut Levsen die absehbar letzte Anlage im Bereich Holtsee. Bereits Ende 2012 entstanden in direkter Nachbarschaft drei Testanlagen des Vorgängermodells Repower 3.2 M114 mit 180 und 150 Metern Höhe. Im vergangenen Jahr wurde der Windpark Holtsee-Altenhof mit zehn Anlagen von 150 Metern und 180 Metern fertiggestellt.

 Das neue 200-Meter-Rad soll sich voraussichtlich ab Ende Februar drehen. Im Rahmen von Repowering ersetzt es eine bereits abgebaute Anlage in Goosefeld und eine in Neudorf-Bornstein, die allerdings noch steht. Erfreulicher Effekt aus Sicht von Kommune, Amt und Kreis: Sie profitieren von der Wertschöpfung direkt durch Steuereinnahmen. Laut Denker & Wulf wurden für die alten drei Testanlagen in Holtsee 2014 gut 150000 Euro Gewerbesteuer gezahlt.