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Rendsburg Immer mehr historische Häuser verfallen
Lokales Rendsburg Immer mehr historische Häuser verfallen
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13:36 07.04.2019
Von Hans-Jürgen Jensen
In Rendsburg sind mehrere Häuser sanierungsbedürftig. Quelle: Wolfgang Mahnkopf
Rendsburg

Im September legte das Bauamt das Eckhaus Stegen 4 still. Einsturzgefahr. Kurz vor Weihnachten sperrte die Behörde zwei leerstehende Jahrhunderte alte Gebäude in der nahen Schleifmühlenstraße. Der Eigentümer lässt es zurzeit abbrechen. Die Öffentlichkeit war schockiert. Warum stehen Häuser in der Innenstadt vor dem Zusammenbruch?

Der Verfall überrascht Experten im städtischen Bauamt nicht. Tobias Brandt vom Fachdienst Stadtentwicklung im zweiten Stock des Rathauses faltet eine Karte von der Altstadt zwischen Stadtsee und Schloßplatz auseinander.

50 marode Häuser in Rendsburg

Als hätte das Gebiet Masern ist es übersät mit rund 50 roten Feldern. Jeder Fleck steht für ein Gebäude, das dringend modernisiert oder instand gesetzt werden müsste. Die Karte ist fünf Jahre alt. "Der Zustand der Gebäude wird nicht besser", sagt der Diplom-Ingenieur.

Die rot markierten Häuser sind teils mehrere hundert Jahren alt. "Gebäude sind sterblich", erklärt Thomas Siegel, der Leiter des Hochbauamts. Insbesondere dann, wenn die Eigentümer nicht investieren.

Die Altstadt zwischen Schloßplatz und Stadtsee ist seit fünf Jahren Sanierungsgebiet. Zurzeit stehen 4,3 Millionen Euro an Fördergeldern von Bund, Land und Stadt bereit.

"Formulare zu kompliziert"

Auch Privatleute könnten Anträge stellen und ihre alten Häuser mit staatlichen Zuschüssen vor dem Verfall retten. Doch der Run bleibt aus. Tobias Brandt: "Wir stehen da, und es meldet sich keiner." Es gebe keine Anträge

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Wie das kommt? Die Antragsformulare sind zu kompliziert, sagen Siegel und Brand. Zwei eng beschriebene Seiten voller Fragen nach Belegen und Berechnungen. Siegel: "Das bedeutet vier Wochen intensive Arbeit für Bauherren. Die meisten kapitulieren schon auf der ersten Seite."

Das städtische Bauamt sucht nach einem Auswege aus dem Dilemma. Die Stadt könnte alte Häuser kaufen – etwa an der Ecke Eisenbahnstraße/Mühlenstraße. Die Stadt würde sie sanieren und wieder verkaufen. Ein kleines Wohnquartier mit Vorbildcharakter entstünde. Es ist derzeit nicht mehr als eine Idee, entschieden ist noch nichts.

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