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Rendsburg Mit dem Pflug zum schnellen Internet
Lokales Rendsburg Mit dem Pflug zum schnellen Internet
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16:23 16.05.2018
Von Torsten Müller
Foto: Dieses Kabelpflugsystem aus Bayern könnte den Ausbau des Glasfasernetzes in den Gemeinden des Amt Achterwehrs beschleunigen. Es wurde am Mittwoch beim Harthof in Achterwehr vorgeführt.
Dieses Kabelpflugsystem aus Bayern könnte den Ausbau des Glasfasernetzes in den Gemeinden des Amt Achterwehrs beschleunigen. Es wurde am Mittwoch beim Harthof in Achterwehr vorgeführt. Quelle: Torsten Müller
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Achterwehr

Besucherauftrieb am Harthof zwischen Achterwehr und Schönwohld: Vertreter von Behörden und Zweckverbänden sowie aus der Kommunalpolitik waren gekommen, um das Kabelpflugsystem kennenzulernen. Tiefbau und das Verlegen von Leerrohren über weite Strecken gelten als Kostentreiber bei der Errichtung eines Glasfasernetzes, das den Kunden extrem schnelles Internetsurfen ermöglichen kann.

Das System besteht aus zwei Fahrzeugen: einer Zugmaschine und einem über eine Seilwinde verbundenen Pflug. Dessen Schwert reißt einen 1,20 Meter tiefen Schlitz in den Acker – Breite: gerade mal 6,5 Zentimeter. Von einer mitgeführten Kabelrolle werden dabei Leerrohre in den Boden gezogen. Die schmale Furche wird am Ende wieder geschlossen.

Kabelpflug kann am Tag Leerrohre auf fünf Kilometern Länge verlegen

Das im Prinzip simple System ist nicht neu. Nach Angaben von Walter Föckersperger, Geschäftsführer der Firma Foeck, wurde es bereits vor 60 Jahren entwickelt – die Kosten liegen im sechsstelligen Bereich.

Am Dienstag hatte der Kabelpflug bereits Leerrohre zwischen Felde und Bossee verlegt. Die Schnelligkeit ist erstaunlich: Fünf Kilometer am Tag stellen kein Problem dar. „Mit einem Bagger würde das viel länger dauern, und die Belastung für den Straßenverkehr wäre größer“, sagte Eberhard Schmidt, Geschäftsführer von Stadtnetze Nord, die den Leitungsbau für den Betreiber TNG voranbringt. Zudem sind die Eingriffe umweltschonender.

Torsten Müller 15.05.2018
15.05.2018