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Rendsburg Talk mit Merkel beeindruckte 18-Jährige
Lokales Rendsburg Talk mit Merkel beeindruckte 18-Jährige
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20:00 28.05.2019
Von Frank Scheer
Die 18-jährige Janna Karina Wiedmann (zweite von rechts) war zu Gast beim Bundespräsidenten Frank Walther Steinmeier und konnte dort bei einer Kaffeerunde auch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel diskutieren. Quelle: Privat
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Wattenbek/Berlin.

Ihr tolles Berlin-Erlebnis hat die politikinteressierte Gymnasiastin ihre Oma zu verdanken, die sie im Februar auf die Ausschreibung aufmerksam gemacht hatte. „Eigentlich habe die Bewerbung als Spaß gesehen. Aber als nach meiner ersten Abiklausur Ende März die Einladung im Briefkasten lag, habe ich mich riesig gefreut“, so die angehende Abiturientin der Holstenschule in Neumünster. Ihre Eindrücke in der Bundeshauptstadt mit den Polit-Promis fasst Janna Karina so zusammen: „Es war ein unglaubliches Erlebnis!“

Mit dem Auto von Wattenbek direkt ins Schloss Bellevue

Mit dem Auto hat sie sich am 23. Mai um 7 Uhr alleine auf den Weg gemacht. „Zwei Tage vorher bin ich 18 geworden. Mit ihrem Wagen durfte sie auch direkt ins Schloss fahren – mitten durch die Touristenmassen und durch die Polizeiabsperrungen Berlin sei aber insgesamt nicht so ihre Autofahrstadt, resümierte sie lachend. „Drinnen ging es echt aufregend weiter.“ Viele Tische waren im Garten aufgestellt und an jedem gab es einen Moderator. „Bei uns war es Thomas Oppermann, der stellvertretender Bundestagspräsident ist. Ein bodenständiger und netter Mann.“ Generationenwechsel, Integration von Flüchtlingen sowie Anspruchshaltung in der Gesellschaft waren Themen. Ein Stuhl war zu Beginn unbesetzt - da nahmen nach der Begrüßung reihum die Gastgeber Platz. „Der Bundespräsident war eine halbe Stunde bei uns und beteiligte sich am Dialog“, berichtet die 18-Jährige.

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Bundeskanzlerin Merkel stimmte ihr sogar zu

Zunächst sei sie in den Gesprächen zurückhaltend gewesen. „Ich war mit Abstand einer der jüngsten Gäste.“ Das habe sich aber später gelegt. Mit Angela Merkel konnte Janna Karina auch ein intensives Gespräch führen. „Herr Oppermann hatte ihr von meinen Positionen über den Frust der jungen Generation über die Politik erzählt.“ Eine Generation, die alles googeln könne, habe eben Probleme mit Antworten, die nicht so einfach zu verstehen seien. Merkel habe ihr interessiert zugehört und auch zugestimmt. Aus ihrer Sicht hätte es aber auch unsere Elterngeneration ein bisschen versäumt, die Wichtigkeit von Politik zu vermitteln. „Der Talk mit der Bundeskanzlerin ist ein echtes Highlight gewesen.“ Ihr Eindruck von „den Politiker“ sei durch die Kaffeetafel besser geworden. „Im Fernsehen hat man immer den Eindruck, dass die Politiker von den Fragen genervt sind. Aber sie reden mit Menschen und hören ihnen zu. Man merkte, dass sie auch eben Menschen sind.“

Junge Leute sind politisch nicht uninteressiert

Sie selbst habe mitgenommen, dass man immer den eigenen Standpunkt vertreten müsse. „Man kann etwas machen und erreichen, muss aber auch an einer Sache dran bleiben.“ Am vergangenen Sonntag war Janna Karina Wiedmann natürlich wählen. „Der Wahlerfolg der Grüne hat mich überrascht, aber nicht schockiert“, so die 18-Jährige, die im Herbst ihr Studium „Globales Recht“ in den Niederlanden beginnen will. Klimaschutz sei eben wichtig. Aus ihrer Sicht ist ein Großteil der jungen Leute keineswegs uninteressiert am politischen Geschehen. Zu den Freitags-Demos der Jugend hat sie ihre ganz eigene Meinung.  „Sie sind wichtig. Aber nur wenige sehen das Thema, viele sind Mitläufer.“

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