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Rendsburg Im Unterholz den Dreh raus
Lokales Rendsburg Im Unterholz den Dreh raus
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17:31 31.07.2014
Von Rainer Krüger
Im Jugendfilmcamp des Green-Screen-Festivals nehmen Michel Nicolaisen, John Stöbener und Max Gercke Insekten auf. Medienpädagoge Daniel Wehrend (von links) gibt Tipps. Quelle: R. Krüger
Eckernförde/Großenaspe

Max Gercke (14) aus Loose, Michel Nicolaisen (12) aus Wolfskrug und John Stöbener (14) aus Eckernförde richten am Mittwochmittag die Kamera ins Unterholz. Sie hoffen, Käfer beobachten zu können. „Filmer müssen wissen, wo sie ihre Motive finden“, sagt Medienpädagoge Daniel Wehrend. Oder Glück haben. Das hatte das Trio schon. „Am Weg sahen wir zufällig eine Schlupfwespe mit Larven“, berichtet Michel. Natürlich legen sich die Jungen hin, um das seltene Motiv aus vielen Perspektiven zu drehen. Die Botschaft ihres Films weiß Max schon. „Viele Menschen finden Insekten abschreckend. Wir zeigen, dass sie faszinierend sind.“

 Während die drei noch die letzten Aufnahmen machen, hat eine andere Gruppe schon alles im Kasten. Zwei Stunden Material über Wölfe haben Thies Hinrichsen (17) aus Altenholz, Maike Kunze (18) aus Kronshagen, Jonathan Longardt (15) aus Norderstedt, Luisa-Mariel Mette (18) aus Altenholz und Oke Schmidt (16) aus Schafflund beisammen. „Es sind außergewöhnlich gute Aufnahmen“, lobt Wehrend. In diesem Fall half ein Tipp des Wildparkteams für den richtigen Drehzeit-Termin. Der war nämlich schon gegen 6.30 Uhr. „So früh verhalten sich die Wölfe anders als zur Besuchszeit. Wenn sich jemand am Gehege bewegt, kommen sie neugierig auf einen zu. Fast so wie junge Hunde“, berichtet Luisa-Mariel. Nun muss das Quintett beim Schneiden radikal auswählen, denn viel länger als sieben Minuten darf ihr Film nicht werden.

 Sei 2008 läuft das Camp in Eekholt. „Eine so umfassende Unterstützung wie hier habe ich noch nie erlebt“, lobt Berufskameramann Dieter Hoese, der einst mit Heinz Sielmann drehte. Daher freut es den Camp-Leiter, dass die Coop-Stiftung „Unser Norden“ das Projekt dieses Jahr mit 5000 Euro unterstützt. Mit den Green-Screen-Repräsentanten Gerald Grote und Martin Krohn nimmt er den Scheck von Stiftungsbetreuerin Sabine Pfautsch an.