Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Rendsburg Keine Angst vor der Ersten Hilfe
Lokales Rendsburg Keine Angst vor der Ersten Hilfe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:30 17.11.2018
Von Florian Sötje
Rettungssanitäter und Kursleiter Torben Bergmann demonstriert Gerda Bähnck (links) und Ina Gamm den richtigen Umgang mit Übungspuppe Mini-Anne. Quelle: Florian Sötje
Anzeige
Achterwehr

Der Kurs war durch eine private Spende ermöglicht worden. Eine Freundin von Achterwehrs Bürgermeisterin Anne Katrin Kittmann hatte bei ihrem Geburtstag auf Geschenke verzichtet und um Spenden für die Aktion gebeten. "Ich habe dann die Galeristin Gisella Reime gefragt, ob wir die Räumlichkeiten nutzen können", sagte Kittmann.

Nur wer nichts tut, macht etwas falsch

Beim 29. Kurs dieser Art, mit passenderweise 29 Teilnehmern, wurde deutlich, dass künstlerisches Ambiente und Erste Hilfe eine Verbindung haben. Denn zunächst gilt es, die eigene Angst vor Fehlern zu überwinden - manchmal eine Kunst für sich. "Sie können nichts falsch machen, außer nichts zu tun. Das sollen sie heute mitnehmen", gab Notfallsanitäter Torben Bergmann, der gemeinsam mit seinem Kollegen Johann Kross den Kurs leitete, den Teilnehmern mit auf den Weg.

Anzeige

Niedrige Ersthelferquote in Deutschland

Die Ersthelferquote in Deutschland liegt bei nur 34 Prozent. Skandinavische Länder weisen Werte von etwa 90 Prozent auf, weil dort bereits Kinder auf das richtige Verhalten im Notfall sensibilisiert werden. "Und wir wollen Sie hier heute Abend auch sensibilisieren", sagte Bergmann.

Herzdruckmassage zu den Beatles

Doch wer entschlossen ist, zu helfen, muss natürlich auch die nötigen Handgriffe beherrschen. Nach Theorie und Demonstration ging es für die Kursteilnehmer an die Praxis. Max Rotermund und Thies Stein übten die Herzdruckmassage an Puppe Mini-Anne. "Wir machen hier für unsere Projektarbeit an der Schule mit", erklärte Thies. Für Anika Gudlowski hatte sich der Beatles-Song "Yellow Submarine" als idealer Rhythmusgeber für die anstrengende Bearbeitung des Puppen-Brustkorbs erwiesen.

Als Team agierten Ina Gamm und ihre Tochter Nadine. Nach der Herzdruckmasage von Nadine, kümmerte sich ihre Mutter um die Beatmung der Übungspuppe. "Ich finde es klasse, dass man die Puppe mit nach Hause nehmen kann", sagte Ina Gamm.

Eine App für die Standortsuche nach Defibrillatoren

Zum Abschluss demonstierten die beiden Kursleiter den korrekten Einsatz des Defibrillators und verwiesen auf die App "Schleswig-Holstein schockt". Per interaktiver Karte sind dort die Defibrillatoren in unmittelbarer Nähe, zum Beispiel in Kaufhäusern, Rathäusern oder anderen Einrichtungen, aufgelistet. "Einfach einschalten und den Anweisungen folgen. Wenn sich ein Defibrillator in der Nähe befindet, nutzen Sie ihn auf jeden Fall", sagte Notfallsanitäter Bergmann.

Informationen zur KN-Aktion "Leben retten!"

Damit mehr Menschen Leben retten können und sich trauen zu helfen, haben der Verein KN hilft e.V. und das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) vor knapp zwei Jahren die Aktion „Leben retten!“ gestartet. Sie bietet kostenlose Rettungskurse für Bürger an. Die Kurse werden aus Spenden finanziert, die Leitung der Kurse übernimmt Fachpersonal des UKSH. Jede Spende hilft, jeder Bürger kann teilnehmen. Wer einen Raum anbieten möchte oder Fragen zur Aktion hat, kann eine E-Mail an Leben-retten@kieler-nachrichten.de schicken. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.kn-hilft.de

Immer informiert: Lesen Sie alle Nachrichten aus der Region Rendsburg.

Beim insgesamt 29. Kurs der KN-Aktion "Leben retten" ließen sich passenderweise 29 Teilnehmer in Achterwehr zum Ersthelfer schulen.
Sven Janssen 16.11.2018
Hans-Jürgen Jensen 16.11.2018
Torsten Müller 16.11.2018