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Rendsburg Rendsburgerin ist Pastorin beim Wacken Open Air
Lokales Rendsburg Rendsburgerin ist Pastorin beim Wacken Open Air
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07:44 30.07.2019
Katharina Schunck (30), Pastorin von der St.Jürgen-Gemeinde in Rendsburg, gehört seit 2011 zum Seelsorgeteam des Wacken-Open-Air. Quelle: Beate König
Rendsburg

„2010 gab es im Hamburger Abendblatt eine Anzeige, Seelsorger aus verschiedenen Berufsgruppen wurden für das Wacken-Festival gesucht, ich hab mich beworben,“ erzählt die Pastorin, die in der Kirchengemeinde St.Jürgen in Rendsburg arbeitet, wie alles begann. Die Initiative ging von den Festivalorganisatoren aus, die das WOA seit 30 Jahren auf die Beine stellen. Sie wendeten sich ans Jugendpfarramt.

Inzwischen ist die 30-jährige Leiterin der Tagesleitung des Seelsorgeteams. Sie teilt die Pastoren, Erzieher, Psychologen und Psychotherapeuten des Teams in Schichten ein. „Wir sind von 13 bis fünf Uhr morgens im Seelsorge-Zelt und auf dem Gelände unterwegs.“ Nachts gibt es ein Standby-Team mit Notfallhandy.

Den Talar lässt Pastorin Katharina Schunck fürs WOA zu Hause

Stiefel, „so wie sie alle Gäste tragen“, stecken als gegen Matsch resistentes Schuhwerk im Gepäck der Pastorin. Den Talar dagegen lässt sie zu Hause. Für Gespräche mit Wacken-Fans, für die das Festival mit vier Tagen druckvoller Musik, tausenden Menschen und Alkohol zu einer Ausnahmesituation wird, in der sie seelischen Beistand suchen, wird das formelle Pastorenoutfit nicht gebraucht. „Die gelben Westen sind auffälliger.“ 

Auch Campingzelt und Schlafsack muss Pastorin Katharina Schunck nicht aufs Festivalgelände schleppen. Sie schläft vergleichsweise luxuriös außerhalb. „Das Seelsorge-Team ist im Gemeindehaussaal der Kirchengemeinde in Wacken untergebracht.“ Dort liegen Matratzen und Bettzeug bereit. „Schnarcher schlafen im Extraraum.“ Wird es zu laut, hilft Ohropax. Pastorin Petra Schneider bietet den Seelsorgern das Duschen im Pastorat an.

„Ich höre Hardrock und Metal“, sagt Pastorin Katharina Schunck

Ein Grund, sich für die vier Tage auf dem weltweit größten Heavy-Metal-Konzert zu melden, war für Katharina Schunck die Musik. „Ich höre Hardrock und Metal“, sagt die Pastorin und lacht. „Allerdings mehr die melodische Richtung, die Apocalyptica und Avantasia spielen.“

Das Line-Up der Bands hat sie sich allerdings in den vergangenen Jahren nicht mehr angesehen. Die Besetzung der Schichten geht vor. Mit einem Kollegen wandert Katharina Schunck über den riesigen Campingplatz des Geländes. „Wir sprechen Menschen an oder werden angesprochen.“ Die Festivalbesucher nehmen die Seelsorge positiv wahr. „Schön, das ihr da seid“, hören sie oft. Sanitäter und Polizei vermitteln ebenfalls Gespräche. 

Im Schnitt suchen 250 WOA-Besucher Rat bei den Seelsorgern

188 Ratsuchende zählten die Seelsorger 2018, ein Großteil kam zum Zelt. 250 Gespräche wurden in der Vergangenheit im Schnitt auf Festivals geführt. Psychosen, Alltagssorgen oder das Gefühl, zwischen den feiernden Freunden plötzlich isoliert zu sein, zählen zu den Themen der Metalfans. Die Pastoren hören zu. Und beraten, wie es weitergehen kann. 

„Ich freu mich aufs Festival“, sagt Katharina Schunck. Das Team der Helfer ist zusammengewachsen. Wacken – das ist für Katharina Schunck inzwischen auch ein Ort, an dem sie Freunde wieder trifft.

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