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Rendsburg Kein Entwicklungskonzept für Rodenbek
Lokales Rendsburg Kein Entwicklungskonzept für Rodenbek
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13:29 30.05.2019
Von Sven Janssen
Martin Stier (AKWG, rechts) überraschte Bauausschussvorsitzenden Jens Ambsdorf (NLR) mit der Absage an das bereits beschlossene Ortsentwicklungskonzept. Quelle: Sven Janssen
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Rodenbek

„In den kommenden zehn bis 15 Jahren liegen viele Herausforderungen vor uns, die langfristige Prozesse erforderlich machen. Um gemeinsam mit den Bürgern Konzepte zu entwickeln, haben wir beschlossen, ein Ortsentwicklungskonzept auf den Weg zu bringen und dafür bereits Geld im Haushalt bereitgestellt“, sagte Bauausschussvorsitzender Jens Ambsdorf (NLR). Ein solches Konzept sei vom Land gewünscht, dass die Erstellung mit 75 Prozent fördere. Für die Gemeinde bedeutet das am Ende Kosten von rund 4500 Euro.

Bauleitplanung statt Ortsentwicklung

Für Überraschung sorgte dann Martin Stier (AKWG). In der Mehrheitsfraktion habe man das Thema nochmals bewegt und sei zum Schluss gekommen, man brauche kein Ortsentwicklungskonzept, um die Attraktivität der ländlichen Gemeinde zu erhalten und sie fit für die Zukunft zu machen. Stattdessen sei eine Bauleitplanung nötig.
„Wir sind ein Schlafdorf, aber kein verschlafenes Dorf“, sagte Stier. In Rodenbek gebe es keine soziale Infrastruktur, keine Ärzte, keine Geschäfte, und auch die Anbindung an den ÖPNV sei schlecht. Trotzdem würden Menschen nach Rodenbek ziehen. „Wir haben eine dörfliche Gemeinschaft, die hier so leben will“. Eine Befragung der AKW habe ergeben, dass es allen gut gehe, so Stier. Mangels Gaststätten und Herbergen könne man vom Tourismus nicht profitieren. Es gebe in Rodenbek Flächen für Wohnbebauung und Gewerbeentwicklung, das Ziel müsse Wachstum sein.

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Ohne Ortsentwicklungskonzept keine Fördermittel

„Wir brauchen das Ortsentwicklungskonzept, damit wir für künftige Projekte überhaupt Fördermittel vom Land bekommen, bereits bei einer geförderten Maßnahme hat sich die Investition gelohnt“, sagte Ambsdorf. Außerdem beziehe das Ortsentwicklungskonzept alle Bürger ein. „Ich verstehe nicht, warum die AKWG den Bürgern den Dialog verweigert und sich damit nicht auseinandersetzen will“, sagte er.

„Ein Ortsentwicklungskonzept ist Zeit- und Geldverschwendung“, sagte Ruth Abel (AKWG). Außerdem sei es in vielen Punkten nicht relevant. Den Bürgerdialog wolle man trotzdem. „Wir können einen Fragebogen für die Bürger machen, mit dem wir uns dann selbst beschäftigen, ohne ein Büro zu beauftragen“, schlug sie vor.
„Das sei nicht dasselbe“, sagte Ambsdorf. „Der objektive Blick von außen ist wichtig, und nicht das, was die Fraktionen wollen.“ Es ginge darum, einen Rahmen zu schaffen, an dem man sich orientieren könne. Er begreife nicht, wie man sich gezielt über Bauleitplanung unterhalten wolle, wenn man nicht qualifiziert über die Entwicklung des Dorfes spreche. Dass die Verwaltung die Erstellung eines Ortsentwicklungskonzeptes empfohlen hat, änderte nichts an der Meinung der AKWG. Sie lehnte mit ihrer Mehrheit gegen die Stimmen der NLR die Erstellung ab.

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Beate König 29.05.2019
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