Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Rendsburg Keine neue Gastronomie im Traditionshaus
Lokales Rendsburg Keine neue Gastronomie im Traditionshaus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:11 10.07.2019
Von Florian Sötje
Der ehemalige Gasthof in Melsdorf steht seit dem 1. März leer. Quelle: Florian Sötje
Melsdorf

Die Historie des Dörpskrogs in Melsdorf beginnt im Jahr 1902. Damals eröffnete Amandus Rathjen hier die erste Gastronomie. Und diese blieb über Jahrzehnte in Familienhand. Denn 1979 übernahm Rathjens Enkelin Antje Littek die Gaststätte von ihrem Vater Claus Rathjen.

Knapp 32 Jahre lang, bis Ende des Jahres 2010, leitete die gelernte Einzelhandelskauffrau die Geschicke der Traditionsgaststätte. Eigentlich wollte Littek dann den Ruhestand genießen, doch 2012 kehrte sie mit ihrem Mann Karlheinz hinter den Tresen zurück, nachdem der Dörpskrog mangels eines Pächters zwei Monate leer gestanden hatte.

2014 wurde aus dem Dörpskrog das Bella Italia

Für zwei Jahre, an sechs Tagen in der Woche, servierte Littek den Gästen im Dörpskrog wieder Bier, Schnitzel oder Steak. Die Speisekarte änderte sich im Oktober 2014 wieder - es wurde mediterran. Manola Montanaro übernahm mitsamt Familie als Pächterin. Aus dem Namen Dörpskrog, der mehr als 100 Jahre präsent gewesen war, wurde Bella Italia. Die Familie Montanaro hatte zuvor in Rendsburg ein Restaurant geführt, wollte sich in Melsdorf vergrößern.

Doch die Zeit der italienischen Familie im traditionsreichen Gasthof war nur von kurzer Dauer. Im Sommer 2016 verabschiedeten sich die Pächter vorzeitig, doch Antje Littek kehrte dieses Mal nicht hinter den Tresen zurück, sondern hatte mit Stanko Milanovic schnell einen neuen Pächter parat. Dieser eröffnete Bato's Ende 2016 Bato's Dörpskrog.

Pächter wechselten in den vergangenen Jahren regelmäßig

Doch im vergangenen März war auch für Milanovic wieder Schluss, der Schwierigkeiten hatte, an Personal zu kommen. "Insgesamt konnte ich die Vorstellungen, die ich hatte, nicht umsetzen", sagt Milanovic. Der Gastronom betreibt in Kiel-Holtenau und in Hörsten, südlich von Rendsburg, zwei weitere Restaurants. "Am Ende musste ich zwischen den drei Restaurants abwägen. Es war ein Versuch wert, der leider nicht geklappt hat. Dann ist es besser, die Reißleine zu ziehen", sagt Milanovic. Mit dem Vermieter habe er eine gute Lösung gefunden.

Die Idee: 2020 soll hier eine Eisdiele eröffnen

Dieser ist nun Oliver Littek, Sohn von Antje Littek. "Ich habe ihm alles übergeben", sagt sie. Und ihr Sohn kann eines mit Sicherheit zur Zukunft des Traditionshauses sagen: "Ein Restaurant wird es hier nicht mehr geben." Aufgrund des Alters des Hauses werde zunächst in vielen Bereichen renoviert, sagt Littek.

Das Haus sei insgesamt sehr groß. Vier Wohnungen sind dort vermietet, weitere Räumlichkeiten nutzt Littek für seine Firma. Der Melsdorfer führt einen Bauelementehandel. 2020 soll hier eine Eisdiele eröffnen. So ist zumindest Litteks aktuelle Idee. "Wir gucken gerade, ob wir das umsetzen können", sagt er und ergänzt: "Beim Kneipensterben sind wir ja leider kein Einzelfall." Es ist ein Abschied von der Gastronomie, der sich angekündigt hat und der endgültig scheint.

Immer informiert: Lesen Sie alle Nachrichten aus der Region Rendsburg.

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nun ist es amtlich: Ab Herbst regeln Ampeln an den L-49-Kreuzungen am Moorweg in Bordesholm und am Reesdorfer Weg in Wattenbek den Verkehr. Der Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr (LBV) in Kiel bestätigte, dass „die Lichtzeichenanlagen von September bis Dezember installiert werden“.

Frank Scheer 10.07.2019

Die sechste Kultur-Tour durch den Kreis Rendsburg-Eckernförde dreht sich um das Speichern von Informationen, ohne diese aufzuschreiben. Wie das geht und ging, erleben die Teilnehmer am 12. Oktober im Druckmuseum in Rendsburg, im Teldec-Museum in Nortorf und im Steinzeitmuseum in Brügge.

Hans-Jürgen Jensen 09.07.2019

Melsdorfer aufgepasst: Ab 2020 sollen die Bürger für die Beseitigung des Regenwassers auf ihren Grundstücken zahlen. Zur Flächenermittlung verschickte das Amt Fragebögen an die Bürger. Doch nur rund die Hälfte kam zurück. Bis zum 31. Juli bleibt noch Zeit, sonst wird die Fläche geschätzt.

Florian Sötje 09.07.2019