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Rendsburg Ziel: 2500 Leihräder für die Region
Lokales Rendsburg Ziel: 2500 Leihräder für die Region
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12:03 23.05.2019
Von Tilmann Post
Der Prototyp stieß auf reges Interesse bei der Regionalkonferenz: Hier überzeugen sich Doris Mittelbach von der Linken-Kreistagsfraktion Rendsburg-Eckernförde und Björn Demmin von der Stadt Preetz, dass der Sattel leicht auf unterschiedliche Körpergrößen einstellbar ist. Quelle: tilmann Post
Breiholz

Startschuss ist am 1. Juli für Kiel, später sollen sich der Wirtschaftsraum Rendsburg sowie die Städte Eckernförde, Preetz und Plön anschließen. „Es gibt kein Limit nach oben“, sagte Kiels Oberbürgermeister am Mittwoch bei der Vorstellung des Systems während der Regionalkonferenz der Kiel-Region in Breiholz. Die Anzahl der Räder solle „deutlich den vierstelligen Bereich erreichen. 2500 stelle ich mir vor“, sagte Kämpfer.

Vernetztes System mit vielen Stationen soll Bikesharing erleichtern

Die Vernetzung sei der Vorteil des Systems, hieß es am Mittwoch. Wer Kiel etwa mit dem Zug erreicht, kann unkompliziert aufs Fahrrad steigen und beispielsweise zur Uni fahren - und das Fahrrad dort wieder an der Station der „Sprottenflotte“ abstellen. Es muss nach der Fahrt nicht wieder an den Ausgangspunkt zurückgebracht werden.

Die Kosten betragen ein Euro pro Stunde, maximal neun Euro am Tag. Die erste halbe Stunde radeln die Nutzer gratis. Im Juli startet die Pilotphase mit erst einmal 250 Fahrrädern an 30 Stationen. Sie sind dann in Kiel am Bahnhof, an der Universität, am Anleger in Dietrichsdorf sowie an mehreren Stellen in Gaarden zu finden. Auch in Kronshagen und im Amt Schrevenborn soll es noch 2019 losgehen. Mit dem Thema Mobilität beschäftigt sich die Kiel-Region bereits mit anderen Projekten.

Nextbike pflegt die „Sprottenflotte“

Die Sprottenflotte besteht ausschließlich aus Damen-Fahrrädern mit Körbchen am Lenker, aber ohne Gepäckträger über dem Hinterrad. Die Räder verfügen über eine Sieben-Gang-Nabenschaltung ohne Rücktritt, dafür haben sie zwei Handbremsen am Lenker. Sollte es während der Ausleihe einmal zu einem Schaden kommen, muss der Nutzer den Anbieter Nextbike vor der Rückgabe informieren, damit der es reparieren lassen kann. Es soll übrigens nicht dazu kommen, dass einmal alle Räder an einer Station gleichzeitig ausgeliehen und damit nicht verfügbar sind, denn Nextbike ist verpflichtet, von Zeit zu Zeit Räder nachzuliefern, erklärte Philipp Walter von der Kiel-Region.

Testphase der "Sprottenflotte" im Raum Kiel bis Ende 2020

Bis Ende 2020 wird die „Sprottenflotte“ auf diese Weise getestet. Danach soll sie nach Eckernförde, Rendsburg, Büdelsdorf, Preetz und Plön ausgeweitet werden. So stellt der Kiel-Region-Verbund aus der Landeshauptstadt sowie den Kreisen Rendsburg-Eckernförde und Plön es sich zumindest vor. „Wir haben noch keine finanziellen Zusagen“, sagte Philipp Walter, der das Projekt bei der Kiel-Region betreut.

Städte und Gemeinden müssen Geld in die Hand nehmen, wenn sie dabei sein wollen. „Eine Station mit sieben Fahrrädern kostet 10.000 Euro“, erklärte Philipp Walter. Deshalb glaubt Mönkebergs Bürgermeisterin Hilla Mersmann (CDU) an anfängliche Zurückhaltung bei den Kommunalpolitikern.

552.000 Euro gab es von der Europäischen Union

„Das muss erst einmal in den Köpfen ankommen. In der Pilotphase können alle beobachten, wie es in Kiel anläuft“, so Mersmann. Wer allerdings in dieser Phase aufspringt, kann noch von Fördergeldern profitieren. 552.000 Euro gab es von der Europäischen Union zum Start.

Wenn auch die Städte aus dem Kieler Umland mitmachen, lassen sich Strecken leicht mit der „Sprottenflotte“ und öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen, hieß es am Mittwoch. Das sei für Pendler interessant. Große Arbeitgeber könnten sogar einsteigen und einmal ganze Rad-Kontingente buchen. Aber auch Touristen hat die Kiel-Region im Visier.

Anmeldung für die Leihfahrrader über Smartphone-App

Wer mitmachen möchte, kann sich über die Smartphone-App oder telefonisch beim Anbieter Nextbike aus Leipzig anmelden. Die Leihvorgänge selbst erfolgen auf demselben Weg, es muss lediglich die Nummer des Fahrrades eingegeben werden. Wenn der Nutzer es an einer Station wieder abstellt, wird die Gebühr vom Konto abgebucht.

Martin Tretbar-Endres (SPD), Aufsichtsratsvorsitzender der Kiel-Region, erhofft sich durch das System eine Reduzierung des Autoverkehrs in den Städten. „Wir wissen, dass wir 40.000 Pendler haben, die aus dem Umland nach Kiel kommen. Wir müssen also dringend etwas tun“, sagte Tretbar-Endres. Die „Sprottenflotte“ sei ein Baustein.

Einen Kommentar zum Bike Sharing von Tilmann Post lesen Sie hier.

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