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Rendsburg Auf die Kleinigkeiten kommt es an
Lokales Rendsburg Auf die Kleinigkeiten kommt es an
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19:50 26.09.2019
Von Sven Janssen
Birgit Braun von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) stelle die vier Systeme für Kita- und Schulverpflegung vor. Quelle: Sven Janssen
Felde

Mit gut 50 Besuchern war es im Sozialausschuss so voll wie selten zuvor. Eltern aus Schule und Kita interessierten sich für die Verpflegung ihrer Kinder. Das Essen in der Kita Felde steht seit drei Jahren in der Kritik. Eigentlich sollten nur Elternvertreter, Mensachef, Kita- und Schulleitung Rederecht haben, auf Antrag von Olaf Greve (Grüne) öffnete der Ausschuss nach längerer Diskussion das Gespräch aber für alle.

Hauswirtschafterin als Fachkraft empfohlen

Offene Kommunikation ist wichtig, nicht nur im Ausschuss, sondern auch beim Thema Verpflegung, machte Braun deutlich. Egal, für welches System sich Felde entscheide, eine Hauswirtschafterin als Fachkraft empfehle sie unbedingt. Nicht nur für die Planung, sondern auch für das Miteinander, als Kommunikationsglied zwischen Eltern, Schule, Kita, Gemeinde und Küche.

Vier Verpflegungssysteme gibt es

Dass man um eine optimale Lösung für die Verpflegung ringe, sei kein Einzelfall, sondern eher die Regel, sagte Braun, die zehn Jahre Erfahrung in diesem Bereich mitbringt. Vier Verpflegungssysteme gäbe es. In der Mischküche werde alles vor Ort frisch gekocht und sofort serviert. Voraussetzung dafür seien Fachpersonal, vom Koch bis zur Hilfskraft, und eine entsprechende gewerbliche Küche, die genutzt werden kann. Die Warmverpflegung setzt auf vorproduziertes Essen, das fertig angeliefert wird. Auch dieses Essen sollte schnell auf den Tisch kommen. Maximal drei Stunden sollte es vom Kochende bis zum Verzehr dauern.

Beim sogenannten Cook & Chill-Verfahren wird extern vorgekocht und kurz vor Garende das Essen auf etwa vier Grad abgekühlt und angeliefert. Binnen 72 Stunden muss es regeneriert und gegessen werden. Ähnlich ist es auch bei der in Felde genutzten Tiefkühlkost. „Diese wird extern gekocht und vor Garende auf mindestens minus 18 Grad schockgefrostet“, erklärte Braun. Der Vorteil gegenüber Cook & Chill sei, dass die gelieferten Produkte länger gelagert werden könnten.

Die Kosten fürs Essen unterscheiden sich erheblich

Wenn die Vorgaben berücksichtigt würden, seien die drei letztgenannten Verfahren qualitativ gleichwertig, so Braun. Die größte Zufriedenheit an Schulen und Kitas gäbe es mit Mischküchen. Diese seien aber erst ab 300 Essen wirtschaftlich. Eine Modellrechnung der DGE zeige, dass bei hundert Essen die Mahlzeit in der Mischküche 7,60 Euro koste, als Warmverpflegung 4,77 Euro, beim Cook & Chill 5,37 Euro und als Tiefkühlkost 5,96 Euro.

Komplett eigene Zubereitung scheitert an Küchenausstattung

Mangels gewerblicher Küche und der Anzahl von Essen sei die Mischküche in Felde nicht realistisch umsetzbar. Wegen der unterschiedlichen Essenszeiten sei auch die Warmverpflegung schwierig, so Braun. Cook & Chill könnte daran scheitern, dass es kaum professionelle Anbieter in Schleswig-Holstein gäbe. So bleibe am Ende die Tiefkühlkost übrig.

Expertin: Qualität auch mit Tiefkühlkost

Das sei nicht schlimm, so Braun, qualitativ gäbe es kaum Unterschiede. Das größte Gut in Felde seien die eigenen Mitarbeiter, so könne direkt Einfluss genommen werden. Die Qualität könne man innerhalb des Systems steigern. Salatbar und Rohkost seien Beispiele für frische Komponenten als Ergänzung. Auch das Zukochen problematischer Komponenten, wie Kartoffeln sei denkbar. Dafür könnte man die Lehrküche nutzen, zumindest sollte diese Möglichkeit mit der Lebensmittelüberwachung besprochen werden.

Ein mögliches Szenario für eine Mischküche gibt es. Wenn neben Schule, Kita, Senioren und auch die künftigen Mitarbeiter des Amtes zum Essen kommen, käme man der Wirtschaftlichkeit näher.

Ausschuss vertagt Entscheidung in den November

Die Fülle der Möglichkeiten hat den Ausschuss offensichtlich erschlagen. „Wir müssen das erst einmal sacken lassen“, sagte Vorsitzende Cornelia Ladde. Statt wie geplant Anfang Oktober, wolle man jetzt erst in der Sitzung am 14. November eine Entscheidung treffen.

In der Kita der Gemeinde Blumenthal wird Essen des Netzwerks Feinheimisch aufgetischt.

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