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Rendsburg Kreis: Nachholbedarf, aber keine Panik
Lokales Rendsburg Kreis: Nachholbedarf, aber keine Panik
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06:10 08.02.2020
Von Florian Sötje
Von der Aufregung rund um die Kita-Reform bekommen die Kleinen in der gemeindlichen Kindertageseinrichtung an der Kopperpahler Allee in Kronshagen noch nichts mit. Quelle: Florian Sötje
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Kronshagen/Rendsburg

"Im Kreis Rendsburg-Eckernförde ist es Tradition, dass sich Gemeinden und Kreise gemeinsam aufstellen, um Lösungen zu finden", sagt Christina Mönke, Fachdienstleiterin Kinder, Jugend, Sport im Kreis Rendsburg-Eckernförde. Mit den Kommunen bleibe man in den kommenden Monaten in enger Abstimmung.

Dass nicht alle Einrichtungen die gesetzlichen Vorgaben zum zeitlichen Inkrafttreten der Reform umsetzen können, ist absehbar. Panik ist laut Mönke aber nicht angebracht: "Wir werden zum 1. August keine Kita schließen", stellt sie klar. Unter anderem mit Veranstaltungen und schriftlichen Informationen wolle man weiter versuchen, die vielerorts aufkommenden Fragen zu klären.

Kreis rechnet nicht mit einer Absenkung der Standards

Bei der Reform selbst sieht man aber auch im Kreis Nachholbedarf. Mönke rechnet nicht mit "versteckten Kosten" für die Eltern. Man gehe durch den Elterndeckel weitestgehend von einer finanziellen Entlastung aus. Auch von einer Absenkung der Qualität in Einrichtungen, die die neu festgeschriebenen Standards schon übertreffen, sei nicht im großen Stile auszugehen.

Doch ein Ziel der Reform, die finanzielle Entlastung der Kommunen, habe man noch nicht erreicht, sagt Mönke. Dass das Land viel Geld ins System gebe, sei positiv. Doch durch die neuen Vorgaben bleibe es bei der finanziellen Anstrengung für die Gemeinden. "Wir befürchten, dass trotz der der finanziellen Mittel eine hohe Last für die Gemeinden bleibt", sagt Mönke. Hier müsse nachgesteuert werden.

Finanzielle Entlastung kommt nicht bei den Kommunen an

So sieht es auch Kronshagens Bürgermeister Ingo Sander (CDU): "Wir hätten uns eine stärkere finanzielle Entlastung gewünscht. Wir hoffen, dass im Rahmen der Evaluierung die Kosten begutachtet werden und hoffentlich nachgesteuert wird." In der Kronshagener Politik will man bis zur Gemeindevertretung am 16. Juni im Kinderausschuss eng getaktet tagen. Einen Beschluss über eine neue Kita-Gebührensatzung bis zum Sommer zu fassen, bezeichnet Sander als „sehr sportlich, weil es zum jetzigen Zeitpunkt noch viele Fragezeichen gibt“.

Kronshagen braucht weitere Betreuungsplätze im U3-Bereich

Unabhängig von der Kita-Reform drückt der Schuh in Kronshagen derzeit bei der Planung für das Kindertagesstättenjahr 2020/2021 im U3-Bereich. Der Grund ist eigentlich ein erfreulicher: Es gab in der Gemeinde mehr Geburten als erwartet. Während im vergangenen Jahr 263 Kinder unter drei Jahren betreut werden mussten, geht man zukünftig von 285 Kindern aus. Zum 20. Januar lagen der Gemeinde 58 Bedarfsmeldungen für den Betreuungsbeginn zwischen August und Oktober vor. Dieser Zahl stehen 44 freie Plätze in den Einrichtungen und drei in der Tagespflege gegenüber. Für den Betreuungsbeginn von November bis April 2021 liegen der Verwaltung zehn weitere Meldungen vor.

Neben kurzfristiger Lösung sollen auch langfristige entwickelt werden

„Wir hatten überraschend viele Neuanmeldungen und arbeiten intensiv an einer Lösung zum 1. August im U3-Bereich“, sagt Bürgermeister Sander. Allein zwischen dem 1. Januar und dem 20. Januar hatte es zwölf neue Bedarfsmeldungen gegeben. Wie die kurzfristige Schaffung von Betreuungsplätzen, die der Kronshagener Kinderausschuss einstimmig beschlossen hatte, aussehen könnte, bleibt noch abzuwarten. Zusätzlich will man aber auch langfristige Lösungen für die Kinderbetreuung entwickeln.

Zur Kita-Reform

Die Landesregierung pumpt weiteres Geld in den Kita-Kosmos. Ein unerwartet hoher Haushaltsüberschuss von 557 Millionen Euro aus dem Vorjahr macht dies möglich. Aus einem Haushaltsüberschuss von 557 Millionen Euro sollen 40 Millionen Euro in den Kita-Ausbau fließen. Es handelt sich dabei um ein reines Investitionsprogramm in den Ausbau der Betreuungseinrichtungen. Finanzielle Löcher, die womöglich aus der Kita-Reform entstehen, sollen mit den Mitteln nicht gestopft werden. Aus dem noch laufenden Investitionsprogramm für den Ausbau von Betreuungsplätzen, das vom Land im vergangenen Jahr auf den Weg gebracht wurde, und das bis 2022 läuft, hatte der Kreis 2,37 Millionen Euro bekommen (Gesamtvolumen: 25 Millionen Euro). „Alle Mittel sind in Maßnahmen gebunden“, sagte Christina Mönke, Leiterin Fachdienst Kinder, Jugend, Sport vom Kreis Rendsburg-Eckernförde. Aus dem neuen Infrastruktur-Paket mit einem Volumen von 40 Millionen Euro erwartet der Kreis etwa 4 Millionen Euro.

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Mehr zum Thema Kita-Reform: Lesen Sie den Kommentar von Heike Stüben.

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