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Rendsburg Kindergarten am Strand
Lokales Rendsburg Kindergarten am Strand
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18:50 20.03.2015
Von Cornelia Müller
Birgitt Knudsen freut sich daran, dass Kinder auch im weiten Sand die Vielfalt entdecken. Quelle: Cornelia D. Müller
Strande

Frühlingsanfang, da schickt man den Winter ins Quartier. Mit bunt geschmückten Stöckchen, an denen Glöckchen bimmeln, machen sich 35 Mäuse und Igel der Kita an der Schulstraße mit ihren Erzieherinnen auf den Weg zum Strand. „Komm doch, lieber Frühling!“, schallt es am Freitag durch die Straßen von Strande. Die Tiernamen der singenden Rasselbande sind ihren Gruppennamen zu verdanken: Maus und Igel. 2016 werden auch 15 kleine Möwen den Frühling herbeisingen. Ihre Strandgruppe, die zum neuen Kindergartenjahr gegründet wird, wird den Namen der Seevögeln tragen.

 Das klingt romantisch. „Doch dahinter steckt ein handfestes Konzept“, erläutert Kitaleiterin Birgitt Knudsen. Die Strander Möwe, Einrichtung der Brücke Rendsburg-Eckernförde, setze mit dem zusätzlichen Angebot – analog zu Waldkindergärten – auf die pädagogische Kraft der Natur selbst. „Doch natürlich ist diese dritte Regelgruppe für Kinder von drei bis sechs Jahren nicht sich selbst überlassen. Es wird auch nicht den ganzen Tag nur im Sand gebuddelt, denn ein Naturkindergarten folgt den Bildungsrichtlinien des Landes.“ Die Gruppe darf auf 20 Kinder erweitert werden und wird von zwei ausgebildeten Erzieherinnen, eine mit naturpädagogischer Qualifikation, geführt. Beide sind in Erster Hilfe ausgebildet und Rettungsschwimmer.

 Knudsen: „Die Natur ist der spannendste Erlebnis- und Entdeckungsraum für Kinder. Sie bietet Anregung, Herausforderung, Ruhe, Raum für Geschichten und Träume. Den Wandel von Farben und Pflanzen, die Tiere, das Wetter erleben wir draußen mit allen Sinnen. Wir erfahren die Geborgenheit der Gruppe und wie man sich auf die Natur einstellt.“ Ein nebliger Tag, Schnee, Regentropfen sind kein Grund zum Drinnenbleiben, „wohl aber extremes Wetter oder hohe Ozonwerte“. Bei unvorhersehbaren Witterungslagen nutzen die kleinen Möwen den ehemaligen Hortraum der Kita oder das Quartier der Wasserwacht am Strand. Toiletten gibt es hier auch. „Wir werden die Strandkorbzone im Hochsommer meiden und andere Abschnitte nutzen. Dabei steht uns auch die Promenade offen. Wir können sogar den Wald mit einbinden“, ergänzt die Leiterin.

 Der Tagesplan: 8 Uhr Treff in der Kita, 9 Uhr Aufbruch zum Strand (Eltern können Kinder auch direkt bringen); 9.30 Uhr Morgenkreis, Frühstück am Strand; ab 10.15 Uhr Naturprojekte, Aktionen, Exkursionen, Abschlusskreis; 12 Uhr Rückweg und Mittag in der Kita; 13 Uhr Abholzeit (längere Betreuung in der Nachmittagsgruppe der Kita möglich). Am Bewegungstag in der Turnhalle nehmen alle teil. Dass die Kinder wetterfest mit kleinem Rucksack, Trinkflasche, Becher ausgerüstet sind, versteht sich. Fürs Auftragen der Sonnencreme wird gesorgt. Und auf dem Bollerwagen ist Platz für den Wasserkanister zum Händewaschen, Spielzeug und vieles mehr.