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06:00 05.01.2019
Von Florian Sötje
Anne Katrin Kittmann und Klaus Langer, hier auf der Felde und Achterwehr verbindenden Brücke über die Eider, wollen die Idylle der Naturlandschaft des Naturparks Westensee bekannter machen. Quelle: Florian Sötje
Achterwehr/Felde

Das Ergebnis war deprimierend: Bei einer Zertifizierung des Verbands Deutscher Naturparks landeten die sechs schleswig-holsteinischen Naturparks auf den letzten sechs Plätzen, darunter auch der Naturpark Westensee.

Anne Katrin Kittmann erste Geschäftsführerin

Für Klaus Langer, stellvertretender Vorsitzender des Vereins Naturpark Wastensee-Obere Eider, ein Signal zum Handeln – doch leichter gesagt als getan. Das Problem: der Mangel an finanziellen Mitteln. Mittlerweile hat das Land die Förderung für die Naturlandschaften erhöht. 300.000 Euro gibt es jährlich für die sechs Naturparks im Land – 50.000 Euro für jeden. „Damit ist der erste Schritt gemacht, und wir konnten uns die erste Stelle leisten“, sagt Langer. Zu Beginn des Jahres hat nun Anne Katrin Kittmann, Bürgermeisterin von Achterwehr, den Posten der Geschäftsführerin des Vereins übernommen. 50 Bewerber hatte es gegeben.

Tourismus "in die zweite Reihe ziehen"

„Ich wohne seit 30 Jahren in Achterwehr und kenne die Protagonisten vor Ort“, sagt Kittmann. Ihre dringendste Aufgabe: den Naturpark bekannter machen. „Viele Menschen wissen gar nicht, dass es den Naturpark Westensee gibt“, sagt Langer. Um sich in der Öffentlichkeit Gehör zu verschaffen, brauche es die Kooperation mit Vereinen und Verbänden. Gleiches gilt für die Entwicklung von Konzepten und die Einwerbung von Sponsorengeldern. „Wir müssen sehen, dass wir zum Beispiel Sport – Radfahren, Wandern oder Wassersport – mit der Natur in Einklang bringen. Diesen sanften Tourismus müssen wir in die zweite Reihe, also zu uns, ziehen“, sagt Langer.

Wanderweg von der dänischen Grenze bis Lauenburg vervollständigen

Als kommende Aufgabe steht die Vervollständigung eines Wanderweges der dänischen Grenze bis nach Lauenburg an. Die Naturparks Hüttener Berge und Aukrug haben ihren Teil bereits fertiggestellt, nun fehlt noch der Abschnitt im Bereich des Naturparks Westensee.

Andere Naturparks haben ein Millionen-Jahresbudget

Damit solche Projekte auch in Zukunft umgesetzt werden können, müssen die finanziellen Mittel vorhanden sein, betont Langer. "Wenn Länder ihre Naturparks mit Geld unterstützt haben, hat sich das immer ausgezahlt", sagt Langer. Parks in Nordrhein-Westfalen oder den ostdeutschen Bundesländern hätten teilweise Jahresbudgets im Bereich zwischen eins und zwei Millionen Euro. Mit dem Geld könne man auch Arbeitsplätze schaffen und Menschen fest im Naturpark anstellen. Das Jahresbudget für den Naturpark Westensee beträgt 75.000 Euro.

Förderung darf nur der Anfang sein

„Wir sind dankbar für die finanziellen Zuwendungen“, erklärt der stellvertretende Vereinsvorsitzende. Sie könnten aber nur der Anfang sein, wenn man die Betreuung des Naturparks wirklich professioneller aufstellen wolle.

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