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Rendsburg So viel Totholz wie seit Jahren nicht
Lokales Rendsburg So viel Totholz wie seit Jahren nicht
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16:26 15.07.2019
Von Hans-Jürgen Jensen
Baumpfleger Sadi Tas sägt im Rendsburger Stadtpark tote Äste aus einer Weide. Quelle: Hans-Jürgen Jensen
Rendsburg

Wenn zurzeit im Stadtpark die Motorsäge kreischt, dann stehen Sadi Tas und Johann Eitner hoch oben in ihrem Hubsteiger. Die beiden Baumpfleger sind angestellt beim Umwelt- und Technikhof der Stadt Rendsburg. Mitten im grünen Laub der Bäume entdecken die beiden immer mehr abgestorbene Äste. Etwa in der großen Weide am Stadtsee. Mit ein paar Schnitten hat Sadi Tas das Problem gelöst. Der tote Ast fällt Stück für Stück auf den Boden, wo ihn Kollege Johann Eitner zur Seite räumt.

Totholz ist ein Sicherheitsrisiko

"Die Sicherheit ist das Hauptthema", erklärt Niels Faust, der Leiter des für Baumpflege zuständigen Umwelt- und Technikhofs. Fast jeder zehnte der 30.000 Stadtbäume im Park, an der Eider, auf Grünflächen und am Straßenrand hat Totholz im Geäst. Die Äste könnten herunterfallen und Spaziergänger, Radfahrer und Autofahrer gefährden. Deshalb hat die Stadt eine Spezialfirma engagiert, die für Ordnung in den Kronen sorgen soll.

Seit zehn Tagen sind die Baumpfleger des Unternehmens aus Melsdorf bei Kiel unterwegs, haben totes Holz aus Bäumen an der Untereider, am Seekenbek und in der Käthe-Kollwitz-Straße gesägt. Nach einer Pause kommen sie Mitte August wieder und machen an der Untereider Richtung Gerhardshain sowie an den Straßen der Stadt weiter.

"Mehr Totholz in den Kronen der Bäume"

In den Bäumen findet sich "auffällig viel Totholz", erklärt Sönke Martens, der Inhaber des Unternehmens. "Und zwar landesweit in den Städten." Das viele Trockenholz erklärt der Fachagrarwirt für Baumpflege und Baumsanierung so: "Trockenperioden haben die Bäume geschädigt. Der Baum versorgt seine Äste nicht mehr ausreichend mit Wasser, weil es an Wasser mangelt."

In den Kronen der Rendsburger Bäume befinde sich zurzeit "mehr Totholz als in den letzten Jahren", erklärt Stephan Lübbers, der Gärtnermeister arbeitet beim Umwelt- und Technikhof der Stadt. Man könne schon von einem Rekord sprechen.

"Womöglich Folge des Klimawandels"

Dass die Bäume die vertrockneten Äste abstoßen, sei eine natürliche Reaktion, sagt Fachagrarwirt Sönke Martens. "Der Baum hilft sich selbst." Sorge damit aber für ein Sicherheitsproblem. "Ich schließe nicht aus, dass es eine Folge des Klimawandels ist." In Rendsburg warnt seit Anfang des Jahres eine lokale Fridays-for-Future-Kampagne vor den möglichen Folgen des Klimawandels.

Bäume in Städten wie Rendsburg litten eher unter der Trockenheit als Gehölze in Wäldern und auf dem Lande, erklärt Fachagrarwirt Sönke Martens. In Städten liege die Temperatur zwei bis vier Grad höher. Dazu komme, dass die Böden dort weit mehr versiegelt seien als auf dem Lande.

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