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Rendsburg Das Angebot ist für viele ein Geschenk
Lokales Rendsburg Das Angebot ist für viele ein Geschenk
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12:51 22.12.2019
Von Frank Scheer
Eva Maria Behrend (Mitte) war im vergangenen Jahr zum ersten Mal bei der Heiligabendfeier in der Klosterkirchengemeinde in Bordesholm dabei. Margrit Bonde (links) und Rita Petzoldt organisieren die Veranstaltung. Quelle: Frank Scheer
Bordesholm

„Ich habe schon viele Jahre gedacht, dass man so etwas machen müsste. Aber man muss alles ja auch immer unter einen Hut bringen“, erzählt die Initiatorin Magrit Bonde. 2014, nach dem Tod ihres Mannes, war es soweit. Zusammen mit Rita und Bruno Petzoldt organisierte sie die Premiere von „Gemeinsam Heiligabend feiern“ im Haus der Kirche an der Klosterkirche in Bordesholm. 25 überwiegend ältere Menschen kamen.

Nette Menschen und fröhliche Atmosphäre

2018 ist Eva Maria Behrend zum ersten Mal dabei gewesen. „Mein Bruder war in diesem Jahr verstorben, da hätte ich sonst ja hier alleine gesessen. Dieser Gedanke von Einsamkeit machte mich traurig. Und ich war froh, als ich von dem Angebot hörte“, erinnert sich die 92-Jährige, die in der betreuten Wohnanlage neben dem Huus an’n Markt lebt. Auch ihre Gehbehinderung war kein Hindernis. Das Team um die Organisatoren holt die Gäste ab und bringt sie wieder zurück, wenn das gewünscht wird. „Ich bin gern unter Menschen“, sagt die ältere Dame. Das Alleinsein sei schon ein komisches Gefühl. Sie könne aber auch die Hemmschwellen von Menschen verstehen, die Vorbehalte hätten, zu so einer Feier zu gehen. „Aber das muss man nicht: Dort sind nette Menschen und die Atmosphäre ist fröhlich“, so ihr Urteil über die Premiere im vergangenen Jahr.

Gast spricht von einem "erfüllten Abend"

Rita Petzoldt erzählt von einer Frau, die 2016 dabei gewesen ist und anonym bleiben möchte. „Sie hatte zunächst etwas Scheu, als Fremde unter Fremden an Heiligabend teilzunehmen.“ Nach der Feier und der anschließenden Teilnahme an der Christmette habe sie von einem „erfüllten Abend“ gesprochen, nach dem man nicht als „Fremde unter Fremden“ auseinander ging. Besonders hilfreich empfand die Frau, dass der Abend immer mit dem gemeinsamen Schmücken des Weihnachtsbaums beginnt. „Im leisen Miteinander, sich gegenseitig vorsichtig austauschend, beschnuppert man sich ...“, gibt Petzoldt weiter.

Weiße Tischdecken auf den Tischen

Der Baum sei anschließend „schön bunt“, denn jeder Gast darf nach Belieben Kugeln und Sterne platzieren, so die Organisatoren. Im Anschluss beginnt das gemeinsame Essen an den mit weißen Decken eingedeckten Sechser- oder Achter-Tischen. In diesem Jahr wird Kartoffelsalat mit Würstchen, dazu Eier und Schäufele kredenzt. Letzteres ist ein süddeutsches Weihnachtsessen. „Dabei handelt es sich um eine geräucherte Schweineschulter, die 90 Minuten im Wasserbad gesiedet und dann heiß aufgeschnitten wird. Schmeckt wie Kassler, nur nicht so trocken“, erzählt Rita Petzoldt, die ursprünglich aus Freiburg stammt lachend. Auf das Gespräch wird großen Wert gelegt.

Gespräche, Lieder und bunter Teller

In diesem Jahr soll es sich um „Weihnacht von damals“ drehen. „Jeder darf von seinen Erinnerungen aus der Kindheit erzählen“, so Margrit Bonde. Und natürlich werden auch bekannte Weihnachtslieder gesungen. Die Feier läuft bis maximal 22 Uhr – natürlich werden Gäste auf Wunsch auch schon vorher wieder nach Hause gefahren. An Geschenke muss niemand der Gäste denken. „Zum Abschied gab es einen bunten Teller mit Marzipan, Naschkram und eine Apfelsine. Das hat mich an meine Kinderzeit erinnert“, so Eva Maria Behrend.

Konfession spielt überhaupt keine Rolle

Für die Gäste ist die Teilnahme kostenlos. Finanziert wird das Ganze aus Spenden. Zudem ist die Kollekte am Sonntag, 22. Dezember, in der Klosterkirche dafür gedacht. Die Konfession spielt bei der Teilnahme im evangelischen Haus übrigens keine Rolle. Eva Maria Behrend ist zum Beispiel katholisch. In den letzten Jahren waren auch viele Flüchtlinge zu Gast. Ihre Anzahl ist aber von Jahr zu Jahr zurückgegangen. Um planen zu können, wird um eine Anmeldung gebeten: Margrit Bonde, Tel. 04322/3899, oder Rita Petzoldt, Tel. 04322/2381. „Aber jeder kann kommen, auch ohne Voranmeldung, wenn man sich erst am Dienstag noch kurzfristig dazu entschließt“, so Rita Petzoldt.

Zwei Veranstaltungen in Neumünster

In Neumünster laden die evangelischen Kirchengemeinden am Heiligabend zu einer Feier von 18 bis 21 Uhr ins Haus der Begegnung der Vicelinkirche, Hinter der Kirche 10, ein. Essen, Lesung und Weihnachtsmusik sind geplant. Nachmittags gibt es eine Premiere im Hansaring 146. Im Bugenhagen-Kirchengemeindehaus gibt es zwischen den Gottesdiensten um 15 und 17 Uhr eine Kaffeetafel. Das Angebot wird gemeinsam mit der Versöhnungskirche Gartenstadt organisiert. Damit will die Kirche speziell ein Angebot schaffen für Menschen, die abends nicht mehr so gern unterwegs sind.

40 Personen haben sich in Büdelsdorf angemeldet

Seit elf Jahren bietet das Haus für soziale Dienste im Eschenweg 1a in Büdelsdorf eine Feier an, auch in diesem Jahr ab 18 Uhr. „Ein Fünf-Gänge-Menü gibt es. 40 Personen haben sich angemeldet“, so der Organisator Bernd Weiß. Trotz der wegen des Essens notwendigen Anmeldung: Für spontane Gäste werde man eine Lösung finden, so Weiß.

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