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Rendsburg Forderung nach paritätischem Wahlrecht
Lokales Rendsburg Forderung nach paritätischem Wahlrecht
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12:57 27.02.2019
Von Beate König
Kreispräsidentin Julian Rumpf (von links) hatte zum ersten Frauenforum Multiplikatorinnen wie Carin Schumacher, Silvia Kempe-Waedt und Karin Bornhöft eingeladen. Quelle: Beate König
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Rendsburg

 40 Frauen berieten auf Einladung von Kreispräsidentin Dr. Juliane Rumpf.
Karola Schneider, Rechtsanwältin und stellvertretende Vorsitzende des Landesfrauenrats, hatte mit dem Vortrag „Den Frauen nur die Hälfte der Macht“ die Diskussion im Saal des Kreistags befeuert.

Sie machte klar: Nur wenn Frauen sich in Gremien für ihre eigenen Themen einsetzen, wird sich etwas verändern. Sonst nicht. Für Frauen müssen Anreize geschaffen werden, sich in einer Partei aufstellen zu lassen. „Es bewegt sich in der politischen Landschaft etwas“, erklärte Schneider. Als Beispiel aus Deutschland nannte Schneider die Partei Die Grünen, die ihre Liste paritätisch aufstellen.

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Beispiele aus anderen Ländern

In Brandenburg wurde im Wahlgesetz festgelegt, das Listen aller Parteien paritätisch aufgestellt sein müssen. „In zehn anderen Ländern Europas wurden paritätische Listen im Wahlgesetz verankert,“ berichtete die Vertreterin des Landesfrauenrats. In Frankreich etwa werden Parteien, die keine paritätischen Wahllisten vorlegen, sanktioniert.

Sie erhalten deutlich weniger Wahlunterstützung vom Staat. Die Wahlkreise wurden in Frankreich auf das Doppelte vergrößert. Gleichzeitig wurde festgelegt, dass in jedem Wahlkreis Politiker paarweise zu wählen sind, jeweils ein Mann und eine Frau.

Netzwerk unter Frauen aufbauen

Forumsinitiatorin Rumpf will mit dem Forums ein Netzwerk unter Frauen aufbauen. Alternativen zur ungleichen Verteilung von Hausarbeit und Kinderbetreuung sollen benannt werden.
„1919 haben Frauen für ihr Wahlrecht gekämpft. Sie haben ein hohes Risiko auf sich genommen“, erinnerte Juliane Rumpf. „Was haben wir heute aus dem Erkämpften gemacht?Wir verspüren in der Gesellschaft und in der Politik einen Rückschritt in der Beteiligung von Frauen.“

Das Frauenforum führt die Aktion „Mehr Frauen in die Kommunalpolitik“ der Gleichstellungsbeauftragten im Land zur Kommunalwahl 2016 weiter, erklärte Silvia Kempe-Waedt, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises.

Gezielt Multiplikatorinnen eingeladen

Kreispräsidentin Juliane Rumpf hatte gezielt Multiplikatorinnen aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde zum Forum eingeladen. Politikerinnen, Mitglieder der Fraktionen, Gleichstellungsbeauftragte, Bürgervorsteherinnen und Vorsitzende der Landfrauen trafen sich im Kreistagssaal.
Frauen aus Wirtschaft und Handwerk sollen bei den nächsten Foren eingeladen werden.

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