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Rendsburg Minister erklärt Brücke zur Chefsache
Lokales Rendsburg Minister erklärt Brücke zur Chefsache
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17:49 11.09.2013
Von Karsten Leng
Ernste Mienen: Matthias Paraknewitz, Leiter des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr, erläuterte Minister Reinhard Meyer den Zustand der Rader Hochbrücke. Quelle: Leng
Rendsburg

An einer Fotowand an einem der maroden Pfeiler erläuterte Matthias Paraknewitz, Leiter des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr, dem Minister, wie massiv die Schäden in den Pfeilerköpfen sind. „Teilweise bis zu 15 Zentimeter ist der Beton der 40 Zentimeter dicken Pfeilerwände nur noch bröckelig. Zusätzlich haben wir gekappte Eisenarmierungen entdeckt, die uns erhebliche Sorgen bereiten“, sagte Paraknewitz.  Dass die Köpfe über Betonschäden verfügen, sei bereits seit einem Jahr bekannt. Doch habe sich erst jetzt beim Start der dafür notwendigen Sanierungsarbeiten die Schwere der Schäden erwiesen, so Paraknewitz.

Von Pfusch am Bau könne nicht gesprochen werden. „Vor 40 Jahren wurde eben so gebaut. Heute wäre das undenkbar“, zeigte er sich in der Bewertung zurückhaltend. Ein weiterer anwesender Ingenieur des Landesbetriebs, der anonym bleiben möchte, nahm hingegen kein Blatt vor den Mund. „Verschalung hochziehen, schnell mit Beton zukleistern und dicht machen – unverantwortlich“, bewertete er vernichtend das vor 40 Jahren bei seiner Fertigstellung gefeierte Meisterwerk deutscher Ingenieurskunst. Derzeit  seien erst acht Brückenköpfe genauestens untersucht - alle mit dem gleichen verheerenden Ergebnis, berichtete Matthias Paraknewitz.

Für ihn seien die kurzfristig verfügten Beschränkungen für den Brückenverkehr eine schmerzliche Angelegenheit. „Aber im Interesse der Sicherheit der Verkehrsteilnehmer sind sie unumgänglich“, erklärte Verkehrsminister Reinhard Meyer. Auch wenn die Sanierung der Brücke erfolgreich verlaufe, führe kein Umstand daran vorbei, dass die Brücke über 40 Jahre alt ist. Er werde bereits kommende Woche mit Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) Kontakt aufnehmen, um erste Gespräche über einen Neubau zu führen.

Die Sanierungsarbeiten an der Rader Hochbrücke werden voraussichtlich bis Ende des Jahres dauern. So lange bleibt die Sperrung für Lkw über 7,5 Tonnen und die Einschränkung auf eine Fahrspur in jede Richtung bestehen.