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Rendsburg Amt schafft Ort für seine Geschichte
Lokales Rendsburg Amt schafft Ort für seine Geschichte
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11:28 09.10.2019
Von Florian Sötje
Geballtes Wissen über die Geschichte im Amt Achterwehr vereinen Brigitte Hatke-Beck (von links), Hans-Jürgen Eisermann, Horst Kay, Rolf Dornbusch, Amtsdirektor Joachim Brand, Ulrich Schwermer, Peter Bock, Gerlind Lind, Karsten Dölger und Hans-Werner Hamann. Quelle: Florian Sötje
Achterwehr

Dass alte Bilder, Zeitzeugen-Interviews oder Gutsgeschichten überhaupt gesammelt und verwahrt wurden, ist der Leidenschaft einiger Dorfchronisten im Amt Achterwehr zu verdanken. Derzeit lagern viele Materialien in den Privathaushalten der Chronisten. Mit dem Bau des neuen Amtsgebäudes in Felde, die Fertigstellung ist für 2021 geplant, soll sich das ändern.

Kulturgüter sollen auch über Ausstellungen präsentiert werden

Im Neubau ist Platz für die Kulturgüter des Amtes vorgesehen. „Es soll nicht nur ein Lagerraum sein. Wir wollen dort auch Arbeitsplätze für die Chronisten schaffen“, sagt Amtsdirektor Joachim Brand. Das Material soll im Amt aber nicht nur verwahrt, sondern auch den Bürgern zugänglich gemacht werden, zum Beispiel in Form von Ausstellungen.

Neben einem zentralen Ort für den Erhalt des Kulturguts im Amt soll mit der Gründung eines Vereins zudem eine neue Organisationsstruktur für die Bewahrung der Amtsgeschichte sorgen. „Der Verein soll als Überbau fungieren“, sagt Gerlind Lind, eine der Quarnbeker Ortschronisten.

Verein als übergeordneter Ansprechpartner

So wird eine übergeordnete Anlaufstelle geschaffen, von der sich die Chronisten auch eine stetige Erweiterung des Archivs erhoffen. „Vielleicht sehen Bürger durch den Verein als Ansprechpartner eher einen Anlass, Dinge aus privater Hand zur Verfügung zu stellen. Denn der Fundus soll sich ja weiter entwickeln. Das ist das A und O“, sagt Lind.

Fünf von acht Gemeinden im Amt haben bereits beschlossen, dem Verein beizutreten. Gegenüber dem neuen Konstrukt vernehme er eine „positive Stimmung“, sagt Brand und betont, dass niemandem Kulturschätze entrissen werden sollen. „Es ist alles freiwillig. Die Gemeinden entscheiden, was sie behalten oder abgeben wollen.“ Beitreten kann man dem Verein natürlich auch als Privatperson. Laut Satzung fällt für einen Erwachsenen ein Jahresbeitrag von 24 Euro an, Schüler, Studenten oder Rentner zahlen 12 Euro.

Ziel eines zentralen Archivs verfolgen Dorfchronisten schon lange

Das Ziel, die Geschichte der Gemeinden zentral zu archivieren, verfolgen die Ortschronisten bereits seit Jahren. Lange Zeit seien die Bemühungen aber im Sande verlaufen, sagt Lind. Die Gemeinden hätten sich oftmals nicht zuständig gefühlt.

Materialliste ist so vielfältig wie die Geschichte des Amtes

Um ihrem Anliegen Nachdruck zu verleihen, stellten die Chronisten vor vier Jahren eine Liste zusammen. „Wir wollten mal zusammenstellen, was in den Gemeinden an Material überhaupt vorhanden ist“, sagt Lind. Auf der Liste finden sich Unterlagen über den Bau des Kaiser-Wilhelm-Kanals und des Achterwehrer Schifffahrtskanals, digitalisierte Originalinterviews mit ehemaligen Kriegsgefangenen, die nach dem Zweiten Weltkrieg im Lager Jägerslust gelebt haben, Material zu den alten Kirchen in Bovenau, Westensee oder Flemhude oder Schriften zur Entwicklungsgeschichte der Gutsbezirke bis zu den heutigen Gemeinden – eine Sammlung, die die vielfältige Geschichte des Amtes zeigt.

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Die Sammlung des Vereins könne nun in gebührendem Maße präsentiert werden, schreibt der Förderverein Museum Nortorf in Bezug auf den Bürgerentscheid vom vergangenen Sonntag. 1037 Nortorfer hatten für den Umzug des Museums ins ehemalige Kesselhaus der Teldec-Fabrik votiert, 850 sprachen sich dagegen aus.

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