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Rendsburg Sommerfest mit Loopings und Schrauben
Lokales Rendsburg Sommerfest mit Loopings und Schrauben
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12:38 29.07.2018
Von Beate König
Lennart Röstel (32) hat die Teile seines Flugmodell mit einem Drei-D-Drucker hergestellt und mit Sekundenkleber verbunden. Quelle: Beate König
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Krogaspe

Am Sonnabend hatten allerdings kräftiger Wind und ein Gewitter die Starts auf dem 4000 Quadratmeter großen Vereinsgelände noch eingeschränkt. Die Piloten der wendigen Maschinen wollten Bruchlandungen verhindern, erklärte Vereinsvorsitzender Jürgen Rehwald. Stattdessen hatten die Flugzeugfans Extra-Zeit zum Fachsimpeln am Boden.

Eine Spitfire MK9 aus dem Drei-D-Drucker

Eins der großen Themen war das Flugzeugmodell einer Spitfire MK9 aus dem Drei-D-Drucker von Lennart Röstel. Konventionelle Modelle werden in mühevoller Handarbeit aus leichtem Balsa- und Sperrholz hergestellt, die Folien mit dem Bügeleisen auf Rumpf, Leitwerk und Tragflächen fixiert. Das kann Wochen dauern.

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Röstels Maschine ist im Bauverfahren deutlich schneller startklar. „Ich hab den Drucksatz von einer Firma aus Tschechien im Internet gekauft“, erzählte der 32-Jährige. Der Weg des Neumünsteraners in den Verein ist eher unkonventionell. Viele der aktuell 65 Mitglieder kommen über Eltern oder über Freunde in den Verein, Röstel über seine Freude an der modernen Drucktechnik. Im Verein kann er die Ergebnisse seiner zwei Drei-D-Drucker austesten. „Die hab ich mir angeschafft und dann etwas gesucht, dass ich drucken kann.“

Er kam per Zufall auf Modellflugzeuge. Der Drucker stellt aus der Polyester-Sorte Poliyactid (PLA) die Maschine in Einzelteilen her. „Die verbindet man einfach mit Sekundenkleber.“ Bis in den Sitz jeder Spante sind die Bauteile exakt. Nachteil: Bei einer Bruchlandung ist das Modell ein Fall für den gelben Sack. Das Material bricht in 1000 Splitter.

Deutsche Meister zeigen Luftakrobatik

Luftakrobatik, bei dem den Zuschauern der Atem stockt, zeigten Max Chrubasik und Fabian Heit mit ihren Maschinen. Die Jungs sind Könner, beide Deutsche Meister in unterschiedlichen Starterklassen. „Wir trainieren zu Hause am Simulator jeden Tag“, erzählte Max. Am Wochenende sind beide regelmäßig auf dem Platz.

Bei Rückenwind können ihre Motorflugzeuge mit bis zu 200 Stundenkilometer durch die Luft sausen, Motoren mit zwölf PS und 120 Kubikzentimeter Hubraum drehen die Propeller mit bis zu 6000 Umdrehungen pro Minute.

29.07.2018
29.07.2018
Rainer Krüger 29.07.2018