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Rendsburg Bücher und Zeitschriften im Container
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17:32 18.12.2014
Von Rainer Pregla
Edith Daase (rechts) ist seit 1963 Kundin und hat schon bei den Vorgängern von Anke und Jens Petersen eingekauft. Quelle: Rainer Pregla
Altenholz

„Gut, dass Sie wieder auf haben.“ „Na endlich, hier bekomme ich wenigstens genau meinen Pfeiffentabak.“ Solche und ähnliche Kommentare hörten Anke und Jens Petersen gestern den ganzen Tag. Punkt 7 Uhr hatten sie den Container geöffnet, um auf engstem Raum Zeitungen, Zeitschriften, Bücher, Lotto und sogar Post- und Paketservice anzubieten. „Das wird wohl die nächsten zwei Jahre unserer Zuhause sein“, sagt die Inhaberin des Zeitschriften- und Buchladens. Schräg gegenüber ist vor über drei Wochen bei einem Großbrand die komplette Stifter Ladenzeile zerstört worden. Auch ihr Laden war darunter. Nur kurz fällt der Blick von Anke Petersen rüber auf die Ruine, die an diesem grauen Nieselregentag noch deutlicher als ohnehin Tristesse ausstrahlt. Dann schnell wieder nach vorne schauen und sich über die treue Kundschaft freuen, die jetzt im Minutentakt vorbeikommt und den beiden Altenholzern Mut zuspricht und zum Neustart gratuliert. So auch Anja Niehoff, die seit neun Jahren bei den Petersens einkauft: „Ich finde es wichtig, dass die Nahversorgung gewährleistet ist. Deshalb bestelle ich jedes Buch hier“, so die 48-jährige. Auch die Rentnerin Edith Daase schaut vorbei, um ihren Lottoschein abzugeben. „Wenn ich gewinne, profitieren meine Kinder und Enkelkinder“, schmunzelt die 78-Jährige, die seit 1963 in dem Laden einkauft und die Vorgänger der Petersens gut kannte. Im Regal nebenan sucht Ingrid Jacobsen gerade nach ihren Zeitschriften und freut sich, dass es hier weitergeht.

 Abgebrannt? Das war gestern. Nur drei Wochen nach dem Feuer gehen wieder Zeitungen und Bücher über den Tresen. Seit Tagen hat das Ehepaar Regale aufgefüllt, Bücher sortiert, Kundenlisten gepflegt und dafür gesorgt, dass der Betrieb am Donnerstag beginnen konnte. „Schwierig war die Elektroinstallation. Ohne den ortsansässigen Elektriker Michael Hagedorn und seine Helfer, die hier im Schlamm gegraben haben, wäre das nicht rechtzeitig fertig geworden“, sagt Anke Petersen. Und auch für Bürgermeister Carlo Ehrich und die Gemeinde Altenholz ist sie voller Lob: „Die haben einfach einen tollen Job gemacht und schnell und unkompliziert geholfen“, so die gelernte Buchhändlerin. Wenn am Freitag noch das Telefon angeschlossen wird, lässt sich das Provisorium im Container ein Weilchen aushalten.

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