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Rendsburg Hofcafé verfällt - Verkauf in Planung
Lokales Rendsburg Hofcafé verfällt - Verkauf in Planung
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19:00 27.06.2019
Von Sorka Eixmann
Im August 2018 endete der Betrieb im Hofcafé Blockshagen. Seitdem passiert nichts mehr, das Unkraut wächst - aber laut Insolvenzverwalter laufen die Verkaufsverhandlungen auf Hochtouren. Quelle: Sorka Eixmann
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Mielkendorf

Vor einem Jahr endete der Traum vom Hofcafé Blockshagen: Besitzer Diether Mordhorst musste Insolvenz anmelden, die Nachabfindungsforderungen seiner Familie (wir berichteten) waren zu hoch. Insolvenzverwalter Nicolas Grimm übernahm, inzwischen gibt es Kritik, denn: Während der Einwohnerversammlung in Mielkendorf hagelte es Kritik über den Zustand von Gebäude und Flächen, unter anderem wurde der hohe Heckenbewuchs bemängelt.

Rückblick: Im Februar 2012 fiel der Startschuss: Das Leuchtturmprojekt der Aktivregion Mittelholstein, das „Hofcafé Gut Blockshagen“, wurde nach intensiver Bauzeit eröffnet. Die Betreiber Kirsten Seemann und Diether Mordhorst erfüllten sich einen Traum, Café und Hofladen entwickelten sich positiv. Rund 460000 Euro haben die Betreiber in das Projekt gesteckt, 110 000 Euro waren Fördermittel von der Aktivregion Mittelholstein. Außenterrasse, Streichelzoo, Fahrradstation – die Gäste waren begeistert.

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Nachabfindungsansprüche der Familie zerstören das Hofcafé

Doch dann stellten die Geschwister von Diether Mordhorst Nachabfindungsansprüche – laut geltender Höfeordnung gelten diese 20 Jahre Jahre obwohl Mordhorst 1999 nach eigenen Worten den Betrieb von seinen Eltern aus einer drohenden Zwangsversteigerung mit 300000 Euro Schulden und 60 Hektar Land übernommen hat und die Geschwister das schuldenfreie Altenteiler-Haus und ein 5000 Quadratmeter großes Grundstück an der Eider bekamen. Der Betrieb mit seinen großen Investitionen hat in der kurzen Zeit noch keine Rücklagen bilden können, um Nachabfindungen tragen zu können, das Ende des Hofcafés wurde eingeläutet, denn auch Mediationen konnten keine Einigung mit den Geschwistern erzielen.

Seit rund einem Jahr ist es still auf dem Hof, zwischenzeitlich hat es sogar einen Brand gegeben. Von Pflege keine Spur, Unkraut wächst, Palisaden fallen um, das Dach am Kuhstall hat einen schweren Sturmschaden. Dazu Mielkendorfs Bürgermeister Manfred Tank: „Es ist schade, dass diese gepflegte Anlage so verfällt. Zur Gefahrenabwehr werden wir als Gemeinde sicher in Sachen Hecke tätig werden“, erklärte Tank.

Insolvenzverwalter hofft auf schnellen Vertragsabschluss

Eigentlich ist aber der Insolvenzverwalter zuständig. Und Nicolas Grimm erklärte: „Nur weil man von außen nichts sieht, bedeutet das nicht, dass nichts passiert. Ich bin mit Hochdruck dabei, einen Kaufvertrag abzuschließen“, sagt der Insolvenzverwalter. Von einer Gruppe bestünde Interesse, alles zu übernehmen, fügt er noch hinzu. „Allerdings ist es rechtlich etwas schwierig, deshalb ziehen sich die Verhandlungen“, führt Grimm weiter aus. Ob es sich bei den „Schwierigkeiten“ wieder um das Thema Nachabfindungsansprüche handelt oder ob es weitere Probleme mit der Insolvenzmasse gibt, das bleibt offen. Fest steht: „Ich gehe davon aus, dass wir in Kürze Vollzug melden können.“

Was passiert mit den Fördergeldern? Die Antwort hat Telja Grimmelmann von der LAG AktivRegion Mittelholstein mit Sitz in Bordesholm. „Das Hofcafé wurde aus der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz aus dem Bund- und Länderprogramm mit rund 110.000 Euro gefördert. Nach der Insolvenz hat sich das Land im Juli 2018 mit rund 62.000 Euro in die Gläubigertabelle eingetragen“, erklärt Grimmelmann. Das bedeutet: „Es wurde also auch bei diesem Projekt eine Teilrückforderung ausgestellt, da die Zweckbindungsfrist der Fördermittel bis 2023 nur teilweise erfüllt werden konnte“, sagt Grimmelmann.

Der ehemalige Besitzer von Haus und Ländereien hat mit dem Thema abgeschlossen. „Ich möchte mich nicht mehr äußern“, erklärt Diether Mordhorst.

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